Festival Season 2015: Skandaløs Festival, Neukirchen (DE)

11897095_1001197686567720_1814837196_nHiermit gehen wir in die zweite Runde der Geheimtipps der kleinen norddeutschen Festivals und stellen euch nach dem lunatic Festival nun das Skandaløs Festival in Neukirchen, nahe der dänischen Grenze, vor.

11897057_1001197816567707_1519831737_nDieses liebevoll gestaltete Festival findet in einem Rhythmus von zwei Jahren statt und bietet neben der Musik auch eine sehr verspielte Geländegestaltung und ein umfangreiches Rahmenprogramm, zu dem Yoga- und Hula-Hoop-Workshops, ein Badesee, ein Kinozelt und viele andere Attraktionen gehören. Dieses Jahr fand das Festival vom 6. – 8. August statt und konnte auf den letzten Drücker sogar einen Ausverkauf vermerken.

Wir reisten am Donnerstag an, da an dem Abend auch das musikalische Programm starten würde, und sicherten uns gleich einen guten Platz auf dem Camping-Gelände, das unmittelbar neben dem Festival-Gelände liegt.

Mein erster Act des Abends waren Boreals, ein Duo aus Spanien, das einen mit sphärischen Sounds von Synthies und Gitarren in die stimmungsvolle Welt der elektronischen Musik lockt. Sie spielten auf meiner Lieblingsbühne „Gestrandet“, welche direkt im feinen Sand am Ufer des Sees lag. Es war also möglich direkt aus dem See auf die Bühne zu gucken.

Das Highlight des Tages waren für mich auf jeden Fall Torpus & The Art Directors, die ich erst vor ein paar Wochen bei einem Straßenkonzert in Lüneburg lieb gewonnen hatte. Sie spielten im großen Zelt, welches auch rappelvoll war, trotz des grandiosen Wetters. Ausgestattet mit Akustik- und E-Gitarren, Kontrabass, Trompete, Mini-Orgel und mehrstimmigem Gesang, überzeugten die fünf Musiker jeden im Publikum. Die eindringliche Stimme des Sängers ging mir besonders unter die Haut. Die Band war völlig überwältigt von der guten Stimmung im Publikum, sodass sich auch das ein oder andere Tränchen in die Augen der Band schlich, was die Emotionalität des Auftritts nur verstärkte.

Leider kam ich viel zu spät zu der nächsten Band im Zelt, The Age of Glass, und konnte nur noch ihre letzten beiden Songs hören, die mich aber auf jeden Fall überzeugt haben. Die Mitglieder der britischen Band trugen allesamt seltsame Outfits, welche allerdings auch zu ihrer wilden, teils elektronischen, teils akustischen Musik passten. Es wurde auf jeden Fall viel getanzt.

Den Rest des Abends ließ ich dann im Sand an der Strandbühne ausklingen und tanzte zu den elektronischen Klängen eines weiblichen DJs.

Der Freitag begann für mich auch wieder auf der Strandbühne, wo die Band Shetsou angenehmen Jazz spielte, der sehr gut zum entspannten Start in den zweiten Festival-Tag passte. Am Nachmittag guckte ich mir einen Film im Film-Zelt an, weswegen ich den größten Teil des Sets der deutschen Indie-Band Von Wegen Lisbeth verpasste. Ich hätte gern von ihrem erfrischenden, abwechslungsreichen Indie mit lustigen, deutschen Texten gehört. Die Band war schon Vorband von AnnenMayKantereit und werden mit ihrem Wortwitz und Teenie-Charme wohl bald noch viel mehr Fans haben. Die Songs über Sushi, Social Media, Penny, Milchschaum oder Kafka haben auf jeden Fall Ohrwurm-Potential. Es war an dem Tag so heiß, dass der Sänger in T-Shirt und Boxershorts performte, war ein anderer aus der Band gleich oberkörperfrei. Sehr sympathisch.

Als nächstes gab es auf der Hauptbühne Parcels aus Australien, die mehrstimmingen Psychedelic machten und allesamt längere Haare hatten als ich.

Den Rest des Abends verbrachte ich vor der Zeltbühne, wo ich unter Anderem Salamanda gesehen habe. Die fünfköpfige Indie/Rock Band aus Flensburg hat ihrem Publikum ziemlich eingeheizt und hatte auch den Lokal-Bonus. Die Bandmitglieder waren allesamt sehr stylisch, wobei ich einen Wollpulli bei 30° im Zelt nicht verstehen kann. Auch nicht, wenn man aussehen will wie Matty Healy von The 1975. Als nächstes spielte der Singer-Songwriter Jake Issac, der es schaffte, sein Publikum nur mit einer Akustik-Gitarre und einer Bassdrum komplett mitzureißen. Seine soulige Stimme ging unter die Haut und spätestens, als er den letzten Song komplett a capella sang, verspürte jeder im Zelt eine Gänsehaut. Dem späten Abend heizten The Youth und Vladi Wostok noch mal richtig ein im Zelt. The Youth aus Dänemark betraten um 2 Uhr Nachts die Bühne und brachten mit ihrem schnellen und treibenden Rock’n’Roll noch mal alle zum Tanzen. Im ordentlichen 60s Style trugen alle vier Dänen schnieke Anzüge mit Krawatten. Die Bühne zu rocken reichte ihnen auch nicht und so sprangen die Gitarristen das ein oder andere Mal auch in die Crowd und teilten sich dort ein Mikrofon. Doch damit war an dem Abend schon lange nicht Schluss, denn danach kam Vladi Wostok mit seinem russischen Surf-Rock.

Meine Highlights am Sonntag waren Pecco Billo, die Hip Hop Band mit dem rappenden Drummer, Martin Kohlstedt, der extentrische Pianist und Monolink.

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