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Live: MS Dockville 2016, Hamburg (DE)

Zum zehnten Jubiläum legte das MS Dockville sich ganz besonders ins Zeug: ein Line-Up, das in der Spitze wie in der Breite zu überzeugen wusste, ein wie immer atemberaubend schönes Gelände und die entspannte, ausgelassene Stimmung machten 2016 zu einem der besten Dockville-Jahre in letzter Zeit.

Die Acts: Von den zehn Ausgaben seit 2007 war ich bei ganzen sieben; zuletzt war es aber immer wieder das mangelhafte Line-Up bei stetig steigendem Ticketpreis, das mich von einem Besuch absehen ließ. Dieses Jahr war das Dockville ein Festival der positiven Überraschungen: Gab das Line-Up bei einem vorherigen Hördurchgang nicht viel her außer bereits bekannten Favoriten wie Foals, Bilderbuch (die ich aufgrund des Timetables nicht sehen konnte) oder Unknown Mortal Orchestra, erwiesen sich die großen Lücken in meinem Zeitplan letztlich als Segen: Acts wie Faber, Isolation Berlin oder Die Nerven gaben einen hervorragenden “Zeitvertreib” ab. Dadurch verzieh ich auch das Booking gruseliger Formatradio-Verbrechen wie Matt Corby, Frances oder der furchtbar unlustigen Klaas-Heufer-Umlauf-Band Gloria.

geländeDie Besucher: Das Dockville-Publikum ist durchschittlich etwa 20 Jahre alt, trägt genderunabhängig Blumen im Haar und Glitzer im Gesicht, sowie in 80% der Fälle einen Turnbeutel mit witzigem Spruch der Wahl auf dem Rücken. Außerdem ist es äußerst ingenieurstechnisch begabt, wenn es darum geht, ein einzigartiges Erkennungs-Maskottchen zu erschaffen, das an einem hohen Stab über der Crowd geschwenkt wird, um die eigene Freundesgruppe zusammenzuführen (Highlight: ein seifenblasenspuckender Affenkopf mit LED-Augen). Als Wahlberlinerin fiel mir zudem auf, dass alle Hinweisschilder etc. am Gelände auf Deutsch gehalten sind: Das Dockville ist trotz weiterhin steigender Bekanntheit anscheinend immer noch ein lokales Ereignis.

Die Politik: Die Hamburger AFD legte jüngst Beschwerde bei der Kulturbehörde ein, wieso man ein Festival finanziell unterstütze, bei dem angeblich linksradikale Bands wie Slime oder Feine Sahne Fischfilet auftreten würden. Als Reaktion wurde ein riesiges “Fuck AFD”-Plakat am Gelände aufgehängt. Junge Teenager, die aussahen wie die Unschuld in Person, trugen “Niemand muss Bulle sein”-Beutel oder schwenkten Antifa-Flaggen bei den Auftritten von bekennenden linken Acts wie Sookee oder eben Feine Sahne. Auch weniger explizit politische Bands machten den Mund auf; etwa Faber in seinem Besorgte-Bürger-Song Wer nicht schwimmen kann, der taucht oder Isolation Berlin, die eine Textzeile zu “Er schnauzt mich von der Seite an, ob ich nicht stolz sei auf dieses Land” änderten. Ausschreitungen, Aggressionen und sonstiges Arschlochverhalten waren meiner Erfahrung nach vollkommen abwesend vom Festival.

Galerie

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Best of 2015

Unsere 30 Lieblingsplatten des Jahres, sorgfältig ausgewählt vom indie pen dance Team und alphabetisch sortiert.

 

12366742_1315832198439177_624127064_nA Place To Bury Strangers – Transfixiation
Empfohlen von Polinomdivision

This year’s release by the iconic A Place To Bury Strangers, Transfixiation, is a conclusive continuation of their previous work. The record itself is a highly variable mix of sounds, from less supressed vocals and clearer separation among the instruments like on Straight in the style of Total Control, to the extreme noisy lo-fi whatever as heard on I will die, that also marks quite a good and impressive ending of the longplayer. Inbetween there is a huge package of hunting, explosive, catchy, post-punk-shoegaze-noise-styled and intense sounds. Well I guess not songs but sounds is the most accurate description for the content of Transfixiation and the whole achievement of APTBS in total, since the whole experience of their music is focused on everything put together. So this unique combination of impressions is more precisely described as a sound, the very special ATBS sound. All in all again, same as their previous presentations, the most recent one is very engaging, athmospheric and melancolic and the band themselves are badass live performers who maintain a habit for smashing their instruments on stage. Well, highly recommended on every occasion.

 

12399091_1315986231757107_1434684654_nAusmuteants – Mates Rates 7″
Empfohlen von Polinomdivision

Ausmuteants’ this year 7-inch release contains, next to the catchy and quite to the point single Mates Rates, a cover version of the legendery 80s hit Echo Beach by Martha and the Muffins. The interpretation of the song is recognizable as their own. From time to time the voice doesn’t seem to fit so well though and it gets too screamy but all in all it’s a good listen. The wave-punks in the manner of Lost Sounds and Digital Leather are excellent at mixing musical styles in their own productions. Snotty garage voices are combined with synthie sounds. At least two decades of music meet in the recordings of the young band. Impressive, indeed.

 

12375461_977640335636729_1234226921_oBeach House – Depression Cherry
Empfohlen von Pete Pelican

Rechtzeitig läuteten Beach House dieses Jahr mit ihrem bereits fünften Album die Herbstsaison ein. Wie man es schon von den Vorgängern gewohnt ist, bekommt man erneut melancholisch verträumte Songs mit lieblichen Melodien, die die 5-Minuten-Marke kaum unterschreiten und allesamt mit der zärtlich schwelgerischen Stimme Victoria Legrands vorgetragen werden. Das Ganze klingt sogar noch einen Ticken schwermütiger als bisher, was wohl daran liegt, dass hier noch mehr effektgeladene Gitarren und Synth-Flächen übereinander gelegt wurden. Teilweise gibt es dieses mal sogar verzerrte Gitarren zu hören (Sparks). Das reduzierte Schlagzeug bzw. Drumpad und die immer wieder ruhigen und zurückhaltenden Momente sorgen aber stets dafür, dass es nie zu überladen klingt. Wer also mal wieder eine Runde träumen möchte, Licht aus und Musik an! Fazit: Das entspannteste Album des Jahres.

 

10543109_989038364466589_1143384651_nBilderbuch – Schick Schock
Empfohlen von Edgar Storch

Diese Band macht einfach nur Spaß. Wenn die strammen Buben von Bilderbuch auf die Bühne gehen und mit ganz viel Homoerotik die Mädels verrückt machen, bleibt keine Achsel trocken und es tut sich schon mal ein Mosh Pit in der dritten Reihe auf. Aber ob ich dieses Album jetzt als Mädchen-Musik klassifiziere oder als Progressive-Art-Electro-Rock, bleibt dir überlassen. Ob du dieses Album in fünf Jahren noch hören wirst, kann ich dir genauso wenig prophezeihen. Doch sicher bin ich mir, dass du Silvester, gekleidet in feinster Seide mit einem Softdrink in der Hand, hemmungslos dazu abdancen wirst. Denn dieser Schick Schock kommt mit einer freshen neuen Blondierung daher, die sich gewaschen hat und lässt jeden Barry Manilow wild zu jedem auskomponierten Takt das Becken schwingen. Ich sag es laut: Maurice, ich bin hinter deinem Hintern her.

 

the-bohicas-the-making-of-e1439765648831The Bohicas – The Making Of
Empfohlen von Belle Brummell

Das (zumindest von mir) langersehnte Debütalbum der Bohicas knüpfte wie erwartet da an, wo Vorabsingles wie XXX und Swarm aufgehört hatten, nicht jedoch ohne ein paar Überraschungen aus dem Hut zu ziehen, etwa die 60s-lastige Popverliebtheit von Only You oder das dramatisch-intime Red Raw. So gut wie jeder Song ist ein Treffer, dennoch fehlt dem zackigen Indie-Rock im bewussten Retro-Gewand (noch) eine eigenständige Linie. Am ehesten bemerkt man eine solche, wenn die Gitarren in latent düsteren Tracks wie den genannten Singles in höchsten Tönen kreischen, im Chorus von Swarm in einem genialen Zug einen akustischer Bienenschwarm aufheulen lassen. Die Texte jedoch bleiben trivial und voller Platitüden – durch diese inhaltliche Oberflächlichkeit ist das Album zumindest leichte Kost, deren simple Texte sich in kürzester Zeit mitgrölen lassen. Vom Talent her ist die Band durchaus in der Lage, eines Tages den einen, großen Hit zu schreiben – um eine große Band zu werden, vermisst man bei Sänger Dominic McGuiness (übrigens der Bruder von Eugene, der es wiederum in unser Best of 2012 schaffte) – so routiniert er sich auch in seiner Rolle gibt – zu sehr sowohl das stimmliche Charisma als auch die persönliche Ausstrahlung, die bei einem Frontmann so unverzichtbar ist.

 

Courtney_BarnettCourtney Barnett – Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit

Empfohlen von Madame Blanchard

Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit” – damit kann ich mich identifizieren. Eine bunte Tüte aus Alltags-Geschichten, -Faszinationen und -Diskursen hat uns die Australierin da ausgegeben. Klasse!

Empfohlen von Pete Pelican

Mit einer Leichtigkeit hat sich die 28-jährige Australierin dieses Jahr mit ihrem Debütalbum in die Herzen etlicher Musikfans, zu einem Support-Slot von Blur und zu den Grammys gespielt. In einfache Melodien gepackt, singt sie mit ihrer gelassenen, unaufdringlichen Stimme kreative, witzige und ironische Texte über ihren Heimatvorort in Sydney, Essgewohnheiten oder Erlebnisse im Schwimmbad. Das Album strahlt eine Unbeschwertheit aus, dass man gleich alles stehen und liegen lassen will, um einfach nur dieser wunderbaren Songsammlung zu lauschen. Fazit: Bestes Debütalbum des Jahres.

 

12398297_914331801989227_857865894_oDrenge – Undertow
Empfohlen von Annie May

Nach ihrem gefeiertem Debütalbum 2013 und exzessiven Touren meldeten sich Drenge nur zwei Jahre später mit ihrem zweiten Album zurück. Undertow ist nicht so wild, so ungebürstet wie sein Vorgänger. Es ist Drenge mit einem Feinschliff, was sich gut durch das schnieke Hochglanz-Cover erkennen lässt. Für dieses Album holten sich die Loveless-Brüder noch den Bassisten Rob Graham ins Boot, der besonders auch live eine wertvolle Addition zur Band ist. Im Allgemeinen wirkt das Album düsterer und auch mystischer, trotz der ersten draufgängerischen Single We can do what we want. Das versteckte Highlight von Undertow ist jedoch der vorletzte Song Standing in the cold, welcher tief unter die Haut geht.

 

12375616_914331788655895_282851401_oEverything Everything – Get To Heaven
Empfohlen von Annie May

Die Band aus Manchester veröffentlichte dieses Jahr ihr drittes Album unter dem Namen Get to heaven, welches sie zwar nicht in den Himmel, dafür aber in die Dauerrotation der englischen Radiosender und auf die Bühnen der großen Festivals brachte. Die verdiente größere Aufmerksamkeit ist vor allem den beiden Hits des Albums, Distant Past und Regret zuzuschreiben, aber auch der Rest des Albums ist ein sehr stabiler Grundbau. No Reptiles und Spring/Summer/Winter/Dread sind nicht unter den Teppich zu kehren.

 

Ezra-Furman-Perpetual-Motion-People1Ezra Furman – Perpetual Motion People
Empfohlen von Belle Brummell

Mit Perpetual Motion People veröffentlichte der gerade mal 28-jährige Ezra Furman bereits sein sechstes Album in neun Jahren. Auf diesem umarmt er große Pop-Chorusse und bindet sie in seine einzigartige Mischung aus rumpeligem Country, Punk-Einflüssen und lupenreinen Singer-Songwriter-Momenten ein. Trotz der alles überstrahlenden Singles Restless Year und Lousy Connection, die den US-Amerikaner endgültig aus dem Underground herauskatapultierten, liegen die wahren Highlights versteckter: Hour of Deepest Need etwa, diese brutal ehrliche Ballade, auf der Furmans einzigartig-schräger Gesang von unglaublichem Schmerz zeugt („Sometimes the wound hurts powerful indeed / But sometimes you just got to let that sucker bleed“). Aber auch die jüngste Single und Body-Positivity-Hymne Body Was Made ist hervorzuheben, nicht nur wegen ihrer Message, sondern auch aufgrund eines fantastischen Saxofon-Solos, das live noch tausendmal besser ist. Überhaupt ist Furman thematisch am Puls der Zeit – die Songs auf Perpetual Motion People drehen sich um Gender-Identitäten, Politik und Depressionen, sie machen Spaß und berühren. Und live spielen er und seine Band The Boyfriends sowieso in der allerersten Liga.

 

12375732_977640385636724_2121305996_oFidlar – Too
Empfohlen von Pete Pelican

Mit ihrem zweiten Album schlossen Fidlar dieses Jahr direkt an ihr Debütalbum an. Sprich: Es geht genauso ausgelassen und ungezähmt heiß her wie man es gewohnt ist. Vorpreschende Drums, durchgeschrammelte Gitarren und Texte übers Feiern, Saufen und Wochenende, aber auch Herzschmerz. West Coast ist praktisch der Nachfolger von No Waves und sowieso schreit dieses Album danach, alles hinzuschmeißen und durchzudrehen. Der perfekte Start ins Wochenende und das perfekte Sommeralbum des Jahres 2015.

 

FoalsCoverFoals – What Went Down
Empfohlen von Pete Pelican

Neben Jamie xx’s In Colour definitiv einer meiner Favoriten dieses Jahr. Foals schaffen es tatsächlich immer wieder, einen mit jedem neuen Album zu überraschen und umzuhauen und am Ende kann man sich trotzdem nicht entscheiden, welches man nun am besten finden soll. Bei diesem Album kommt praktisch alles zusammen, was bei den vorangegangen Alben schon überzeugte. Die klimperhaften Melodien, vorantreibenden Drums und groovenden Basslines, die so gut wie in jedem Album herausstechen, dazu die Melancholie von Total Life Forever und die rohe Gitarrengewalt von Inhaler und Providence, die hier in der Vorabsingle What Went Down und in Snake Oil ihren Höhepunkt erreicht. Mit dem Arctic-Monkeys-Produzenten James Ford haben sie sich außerdem genau den richtigen Mann ins Studio geholt. Dieser sorgt hier für eine kraftvolle und glasklare Produktion. Jetzt das ganze noch live erleben! Fazit: Das bombastischste Album des Jahres.

 

12394505_977639908970105_335967170_oGengahr – A Dream Outside
Empfohlen von Pete Pelican

Bei der Band Gengahr handelt es sich um vier junge Londoner Jungs, die es dieses Jahr schafften, aus der Masse der britischen Newcomer-Bands herauszustechen und sich deshalb auch schon die Bühne mit Alt-J teilten. Ein erfrischend neuer Gitarrensound mit Funk- und Grunge-Anleihen trifft hier auf eine faszinierende hohe mitreißende Gesangsstimme. Alles poppig und eingängig arrangiert, aber trotzdem speziell, wandern die groovigen Songs übers Ohr in den Kopf und direkt in die Füße. Dark Star gehört zu den besten und tanzbarsten Instrumental-Songs, die ich in letzter Zeitt gehört habe. Textlich gesehen sprudelt das Album zwar nicht an Überkreativität, aber wer brauch das schon bei solch schöner Eingängigkeit. Fazit: Beste Neuentdeckung des Jahres.

 

f371291856251ba998e049fa457c5ad7.600x600x1Halsey – Badlands
Empfohlen von Redheadess

Ashley Frangipane alias Halsey ist noch nicht mal 21, als ihr Debütalbum Badlands im August die Regale und Charts erobert. Badlands schafft es in den US-Albumcharts auf Platz 2 und in Deutschland immerhin in die Top 40.
Von ihren Texten auf ihr Alter zu schließen, wäre fatal. Badlands ist ein wütendes, episches, junges, wildes Gesamtwerk. Es ist sexy, unzähmbar, bildgewaltig und gleichzeitig verletzlich. New Americana beispielsweise kommt mit seinen “Aaahs” und Mädchenchören daher, mit seinen Zeilen über US-Teens im 21. Jahrhundert. Bilder von Cheerleadern, dreckigen Schulhöfen, ersten Autos und illegalen Hauspartys kommen in den Sinn, nur um von der Reife und Schwere von Songs wie Drive, Roman Holiday, Colors und Coming Down zerstört zu werden: Tracks über weitaus erwachsenere Themen wie Drogenmissbrauch und Sex in Autos. Überhaupt ist Geschlechtsverkehr ein wiederkehrendes Thema in Halseys Songwriting, aber ohne zu obszön zu werden. Es ist subtil, aber es ist da.
Badlands ist ein Electropop-Album, kommt jedoch mit einer Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit, das Feld aufzumischen, wie man es zuletzt bei Lorde gesehen hat. Mit keinem Song von Badlands würde man Menschen zum Tanzen bringen, aber das ist auch gar keine Priorität. Album an, Kopfkino. Wenn das Album jedoch endet… dann ist er da, der Ohrwurm. Diese unauffälligen Zeilen von Ghost, Halseys erster Single und gleichzeitig dem letzten Track auf dem Album. Mit einem unglaublichen Musikvideo, was mindestens genauso lange im Gedächtnis bleibt wie der Refrain.
Halsey arbeitet jetzt schon an einem zweiten Album, aber erstmal kommt eine lange Tour, die sie im Frühjahr 2016 auch nach Berlin bringt.

 

12386595_1316066048415792_1994703095_nThe Hex Dispensers – III
Empfohlen von Polinomdivision

The third LP by Austin trio Hex Dispensers, III, released on Alien Snatch Records, is a well done piece of work. Well, it’s more like a hit machine to word it more precisely. Every song could easily be released as a single. Their style of clear vocals combined with melodic punk sounds mixed with female vocals is a fine product. Check it out.

 

938748_977640462303383_558059624_oHealth – Death Magic
Empfohlen von Pete Pelican

Nach 6 Jahren Abwesenheit und einem Videogame-Soundtrack kehrten Health dieses Jahr mit ihrem dritten Album Death Magic in ihr gewohntes Milieu zurück. Wieder geht es sehr verschroben und bizarr zur Sache. Verträumte Shoegaze-Passagen werden kontinuierlich mit ohrenbetäubenden, effektüberladenen Noise-Passagen gebrochen. Darüber schwebt die gehauchte und verhallte Stimme von Sänger Jake Duzsik. Wem das jetzt schon zu komplex und ungewohnt klingt, dem sei aber trotzdem der Song Life zu empfehlen. Wer hätte gedacht, dass zwischen dem ganzen unheimlichen Noise so ein luftiger, leichter, ja fast schon sommerhittauglicher Song mit direkt im Kopf hängen bleibender Melodie zu finden ist. Und eventuell hört man sich ja doch noch rein. Fazit: Aufregendstes Album des Jahres.

 

1612977_977640202303409_278134000_oJamie xx – In Colour
Empfohlen von Pete Pelican

Für mich die Überraschung des Jahres. Als Fan von gitarrenlastiger Musik hätte ich nicht gedacht, jemals ein fast ausschließlich elektronisches Album zu meinen Favoriten zählen zu können. Sicherlich spielt hier der xx-typische Sound eine Rolle, allerdings geht es hier bedeutend farbenfroher zu. Zu den bekannten Drumpad-Sounds, die die Beat-Grundlage liefern, gesellen sich wummernde Bässe, die einem teilweise den Boden unter den Füßen wegreißen. In jedem Song gibt es so viel wunderschöne neuartige Sounds zu entdecken, sei es nur die kleinste Melodie die vor sich her säuselt und für eine ganz bestimmt Atmosphäre sorgt. Von Beginn bis Ende wird man hier durch verschiedene Gemütszustände geführt. Will man zu Beginn noch ausgiebig zu Gosh feiern, wird man mit Seesaw schon in eine Art verträumten Schwebemodus versetzt, der in Stranger In A Room seinen Ruhepunkt erreicht. Danach noch ein wenig Gänsehaut versprühende Romantik mit Loud Places, bevor man mit Good Times wieder in den nächsten Club gezerrt wird und am Ende mit dem epischen The Rest Is Noise und Girl erstaunt entlassen wird. Fazit: Das abwechslungsreichste Album des Jahres.

 

Kurt_VileKurt Vile – B’lieve I’m Goin Down…
Empfohlen von Madame Blanchard

Die Gitarre steht ganz klar im Mittelpunkt dieser Blues-Country-R&B-Kombi. Kurt Vile hat für mich mit diesem Album im September die Herbst-Melancholie eingeläutet, auf eine sanfte und wohlige Weise. Man fühlt sich aufgehoben, aufgenommen unter einer warmen Roots-Sphäre und ist bereit “einen Gang runter zuschalten” um wieder aufzublühen.

 

The Maccabees_Marks To Prove It_album artworkThe Maccabees – Marks To Prove It
Empfohlen von Redheadess

Nachdem sie sich drei Jahre in ihrem kuscheligen Studio einschlossen und bis auf ein paar Sommerfestivals und DJ-Sets nicht viel von sich hören ließen, haben die Maccabees dieses Jahr einen lang ersehnten Kracher rausgehauen. Schon bei der Vorabsingle Marks To Prove It, die zugegebenermaßen wohl der schnellste Song auf dem gleichnamigen Album ist, ließ sich ein großer Schritt in Richtung Festivalheadliner erkennen. Nachdem die meisten Songs auf dem dritten Album Given To The Wild (2012) nicht wirklich livetauglich – da zu experimentell – waren, kann man das Gleiche nicht von ihrer 4. LP behaupten. Schon vor Albumrelease bekamen einige bei Liveauftritten einen Vorgeschmack: neben Marks To Prove It, das mit seinem aufregenden Tempowechsel und Kampfschrei am Anfang viel wilder als alles zuvor daherkommt, darf das Publikum bei Something Like Happiness in romantische “Oooh”-Chöre einstimmen, kriegt bei WWI Portraits und Spit It Out wegen Orlando Weeks’ ungewohnter Aggressivität Gänsehaut und wippt melancholisch zum ruhigeren Kamakura mit. Letzteres hat sich mittlerweile zum Fan-Liebling entwickelt und klingt fast noch schöner in einer der zahlreichen Akustik-Versionen, die die Maccabees in mehreren Sessions gespielt haben.
Marks To Prove It ist Elephant & Castle gewidmet, dem touristen-untauglichen Stadtteil in Südlondon, in dem die Maccabees ihr Studio haben. Es ist nicht der schönste Ort in London, ein bisschen dreckig und gruselig, gleichzeitig kurz vor der Gentrifizierung, aber wichtig für die Menschen, die dort wohnen und arbeiten und die Elephant & Castle lieben gelernt haben. Das Albumcover ziert ein Denkmal, das Faraday Building, was bei Tageslicht noch lange nicht so schön aussieht, wie wir es auf dem 4. Album erleuchtet zu sehen bekommen.
Die Songs, die man bis zum Release noch nicht live erleben konnte (und auch jetzt auf der Bühne eine Seltenheit sind), reihen sich teilweise nahtlos in das Konzept ein und könnten doch interessanter nicht sein: River Song kommt plötzlich mit Kazoo daher, Silence wird, anstatt von Sänger Weeks, von Gitarrist Hugo White gesungen und ist so zerbrechlich, dass man kurz Tränen schlucken muss, Dawn Chorus klingt genau wie sein Name: ein himmlischer Chorgesang als perfekter Abschluss für ein vollkommenes Album.

 

Die_NervenDie Nerven – Out
Empfohlen von Madame Blanchard

Die Nerven, bestehend aus den Stuttgarter Herren Knoth, Rieger und Kuhn, haben im Oktober mit ihrem dritten Album “Out” eingeschlagen. Der Bass und die Macht der Worte reiben sich mit einer brachialen 80er-Noise-Geräuschkulisse bis hin zur Ekstase im Detail. Das ist genialer Post-Punk – mannigfaltig auf den Punkt gebracht. “Inmitten der Leere. Hinter Raststätten versteckt. Deine Stimme, die wie Teer die Straßen bedeckt.” (Barfuß durch die Scherben). No Love Lost.

 

12395485_914331785322562_362234860_nSchnipo Schranke – Satt
Empfohlen von Annie May

In der deutschen Musikszene war diese Platte wohl eins der am gespanntesten erwarteten Debütalben. Die beiden ehemaligen Studentinnen der klassischen Musik, die jetzt unter dem Namen Schnipo Schranke vorlautes Teenie-Klavier-Kabarett machen, hatten mit der Single Pisse schon heiß auf sich gemacht. Das Album tropft nur so von ähnlichen Songs, die allesamt von Themen wie Verliebtsein, Sex oder Betrunkenheit in der Karibik handeln. Und dies ist auch ein kleines Manko an der Platte: Was sie einst so frisch und anders machte, wird auf dem Album schnell langweilig, da es zu einseitig ist. Erfolgreich sind sie trotzdem.

 

12367033_914331778655896_990037136_nSlaves – Are You Satisfied?
Empfohlen von Annie May

Slaves, das Punk-Duo aus Kent, sind eine verdammt geile Live-Band. Das haben sie inzwischen oft genug bewiesen. Ihr erstes Album Sugar Coated Bitter Truth erhielt nicht so viel Aufmerksamkeit, die bekam die Band eher durch Supportslots von namenhaften Acts. Ihr zweites Album war da erfolgreicher, besonders durch die vielen frühen Single-Auskopplungen wie Hey, The Hunter oder Cheer up London. Dadurch klingt vieles auf dem Album beim ersten Durchhören schon bekannt. Doch sind die Singles nicht die einzigen starken Songs auf dem Album, Do Something und Live like an animal können dort auf jeden Fall mithalten. Das Album ist gut, kommt aber nicht an die intensive Live-Show der Band ran.

 

GD30OBH.pdfSummer Twins – Limbo
Empfohlen von Belle Brummell

Ich weiß nicht, was es über mich aussagt, dass ich bei dem Albumtitel Limbo zuerst an die Vorhölle und dann an den Tanz denken musste, und das obwohl das Schwesternpaar Chelsea und Justine Brown sich auf dem Cover bewusst – und trügerisch – niedlich gibt. Beide Interpretationen des Namens haben jedenfalls ihre Berechtigung: Seinen garagig-angehauchten Indie-Pop garniert das Duo aus der Burger-Records-Familie mit zuckersüßen 50s/60s-Melodien, Handclaps, Off-Beats und sonnig-kalifornischer Leichtigkeit. Und singt über Damönen, Geisterbeschwörungen und Echte-Welt-Bedrohungen wie Zukunftsangst oder manipulative Beziehungen. Angenehm “normal” wirken die beiden nicht nur durch die generationstypischen Themen und nachfühlbaren Texte, sondern auch durch ihre authentisch ungeschulten Stimmen und kindischen Musikvideos. Dabei verfolgt das zweite Album der grundsympathischen Band eine klare musikalische Linie und überzeugt auch in Sachen Songwriting mit eine ganzen Ladung Ohrwürmer.

 

12394347_977640518970044_1158196315_oTame Impala – Currents
Empfohlen von Pete Pelican

Hier gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer, dass man dauerhaft davon überrascht sein kann, was Kevin Parker da jedes mal alleine in seinem Kämmerlein zusammenschustert. Das dritte Album steht dem Vorgänger Lonerism in nichts nach. Zu dem typisch psychedelischen Klangspektrum gibt es zusätzlich allerhand berauschende Synthesizer aus vergangenen Jahrzehnten. Deshalb ist dieses Album wohl mehr Disco als Rock’n’Roll. Die typischen Elemente wie die markant stampfenden Drums und groovig puckernden Basslines, sowie der unvergleichbar schimmernde Gesang sind natürlich trotzdem wieder mit von der Partie. Allein schon das episch dahinfließende Let It Happen verdient hier eine Extra-Auszeichnung. Fazit: Das funkelndste Album des Jahres.

 

Tess_ParksTess Parks & Anton Newcombe – I Declare Nothing
Empfohlen von Madame Blanchard

Zusammen mit Tess Parks hat Anton Newcombe (Brian Jonestown Massacre) ein Album produziert, dass musikalisch an The Velvet Underground & Nico und Konstellationen wie Serge Gainsbourg & Jane Birkin erinnert. Kratzt sowohl stimmlich als auch textlich am Nerv der Zeitlosigkeit.

 

12387802_977639975636765_1518116271_nTocotronic – Das Rote Album
Empfohlen von Pete Pelican

Den einen oder anderen mögen sie ja mit ihrem neu eingeschlagen Weg, alles etwas pompöser und glatter zu gestalten, nicht ganz überzeugt haben. Aber sind wir mal ehrlich, es war der einzig richtige Weg und mich haben sie damit erst recht überzeugt. Und bei all dem hin und her sind es immer noch klar und deutlich Tocotronic. Die lyrische Poesie Dirk von Lowtzows springt von einem Höhepunkt zum nächsten und gehört wohl mit zu dem besten, was deutschsprachige Musik zu bieten hat. Synthesizer und neue Gitarreneffekte fügen sich perfekt ins tocotronische Klangbild ein, was man sich aber am besten selber in Die Erwachsenen oder Sie irren anhören sollte. Melodien und gewisse Textzeilen bleiben auch direkt im Gehörgang kleben. Fazit: Beste Bandentwicklung des Jahres.

 

pre-release-theories-of-twenty-one-pilots-album-blurryface-379184Twenty One Pilots – Blurryface
Empfohlen von Redheadess

Ich gebe es zu: ich habe versucht, mir Twenty One Pilots anzuhören, ohne auch nur irgendwas über sie zu wissen. Das war naiv. Wenn ich gewusst hätte, dass mich Rap erwartet, hätte ich es vielleicht gar nicht erst versucht. Car Radio von ihrem 2013er-Album Vessel gibt mir so gar nichts. Dann, dank Radio 1, höre ich plötzlich Tear In My Heart von ihrem vierten Album und es ist um mich geschehen. Kein Stück klingt dieser Song nach dem, was ich gehört habe. Viel zu melodisch, zu pianolastig, zu happy. Genau, wie ich es mag. Kann es etwa sein, dass ich den beiden Jungs aus Ohio keine Chance gegeben habe? Sie verdienen also eine zweite. Was mich erwartet, muss ich noch immer verarbeiten. Blurryface ist ein wilder Mix aus Rap, Hiphop-Beats, Elektro, Pop, Stadionrock, Reggaelectro (kein Witz!), Ukulele, Zeilen zum Mitgrölen, zu schnellen Lines, traurigen Klavier-Tracks, Gangvocals, und über all dem Tyler Josephs brilliantes Songwriting. Blurryface ist die Art Album, vor dem man sitzt und verzweifelt. Unmöglich können all diese Songs von der gleichen Band stammen. Wie kommen diese plötzlichen Breakdowns zustande? Wie zur Hölle kann dieser Kerl so schnell rappen? Und warum bekomme ich eine Gänsehaut?
In den USA ist schon vor Jahren angekommen, was für eine besondere Band wir hier vor uns haben, aber hier spielen die beiden trotzdem (noch!) die kleinen Venues.
Während ihr selbstbetiteltes erstes Album noch klang wie ein von My Chemical Romance geschriebenes Musical und die Nachfolger-Alben teilweise die selben Songs in verschiedenen Versionen beinhalteten, ist Blurryface ein Gesamtwerk, das man nicht beschreiben kann. Selbst die Band will sich genretechnisch nicht festlegen.
Kaum ist man mit Heavydirtysoul überrollt worden, mit Josh Duns ultraschnellen Drumbeats und noch schnelleren Zeilen wie “This is not rap, this is not hip hop”, kommt Stressed Out hinterher, weitaus softer, aber nicht weniger hiphop-lastig. Danach wird man mit dem ominösen Reggaelectro begrüßt – ein Begriff, der Ride allerdings auch nicht wirklich gerecht wird. Sagen wir lieber, es ist genau der Song, den ihr auf einem Festival in der untergehenden Sonne hören möchtet. Glaubt mir. Aber es ist nicht alles besorgniserregend: Tracks wie Tear In My Heart und Not Today kommen mit fröhlichem Piano-Geklimper und Fingerschnipsen daher – und Zeilen, die zu lang sind, um sie in ein Albumreview zu schreiben, aber einem den Tag versüßen, wenn man drüber schmunzeln muss.
Zu We Don’t Believe What’s On TV und The Judge wird die Ukulele herausgekramt, die “Nanana”s, die “Ohohohoh”s und die “Yeah yeah yeah”s. Zwischendurch immer wieder Zeilen über das böse Musikbusiness, die auch eifrig dieses Jahr bei den MTV VMAs vorgetragen wurden. Hat sich keiner drüber gewundert, stattdessen wurden Tyler und Josh gefeiert wie Newcomer. Dabei sind sie auch schon seit 2009 dabei.
Blurryface endet mit einem traurigen Klavierepos namens Goner, in dem Tyler deklariert, wie schwach er ist. Hoffentlich nicht zu schwach, um ein wundervolles fünftes Album zu schreiben, denn seine Lyrics sind heutzutage das, was viele Teenager am Leben erhält. Wortwörtlich.

 

The-Vaccines-1The Vaccines – English Graffiti
Empfohlen von Redheadess

Ein drittes Album ist immer eine Herausforderung. Nachdem das zweite Album meistens über die Zukunft einer Band entscheidet, kann ein irrelevantes drittes Album schnell in den Ruin führen – oder aber die Band etabliert sich richtig. Nach dem gefeierten Debüt What Did You Expect From The Vaccines und dem weniger hit-lastigen Come Of Age legen The Vaccines nun English Graffiti nach.
Was ich nach dem ersten Hören ihrer zweiten Single Minimal Affection noch als “schlechte neue Strokes” bezeichnete (mea culpa), wandelt sich beim ersten Hören in ein Eigentlich-doch-ganz-gut um. Schließlich wollte man schon beim ersten Airplay der ersten Singleauskopplung alles liegenlassen und das Tanzbein schwingen. In typischer Vaccines-Manier ist Handsome 2:21 lang und viel zu schnell zu Ende. Nach dem etwas eintönigen Minimal Affection, das ungewohnt elektronisch und vielleicht ein bisschen zu futuristisch wirkt, wird man mit dem nächsten Tanzflächenkracher belohnt: 20/20 ist gerade mal 3 Minuten lang, zischt schnell an einem vorbei, aber man klatscht automatisch mit. Vor allem live, wie die Vaccines auf einer langen Tour und unzähligen Festivals diesen Sommer gezeigt haben, kommt der Song gut an.
Auch auf dem Rest des Albums hält das erwachsen gewordene Quartett den experimentellen Kurs: (All Afternoon) In Love bringt elektronisches Gedudel unter Justin Young’s gehauchtem “I’m falling in love…” mit sich, Denial verzerrt seine Stimme fast komplett. Überhaupt scheinen The Vaccines Effektgeräte und Synthesiser für sich entdeckt zu haben, Stranger benutzt sogar Autotune. English Graffiti ist aber auf keinen Fall ein kompletter Genrewechsel: Songs wie Radio Bikini oder der Titeltrack könnten sich auch auf Come Of Age befunden haben. Ob sich diese neue Richtung aber in der Konkurrenz von so vielen anderen guten dritten Alben beweisen kann, bleibt auszutesten.

 

Viet_CongViet Cong – Viet Cong
Empfohlen von Madame Blanchard

Im Januar kamen Viet Cong mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum daher. Drei Jahre hat die Band an dem Werk gebaut. Zu Stande gekommen sind zer- und verstörende Gitarren-Effekte und Texte in Post-Punk-/Art-Rock-Manier. Auf Grund von Meinungsverschiedenheiten bezüglich ihres Namens wird dieses Album wohl nur das erste und letzte mit der Aufschrift Viet Cong sein.

 

12380664_977640622303367_1416882295_oWill Butler – Policy
Empfohlen von Pete Pelican

Arcade-Fire-Liebhaber wurden dieses Jahr mit der ersten Soloplatte eines ihrer Mitglieder bei Laune gehalten. Einige könnten vielleicht behaupten, dass es sich bei gerade einmal acht Songs mit einer Laufzeit von 27 min allerhöchstens um eine EP handle. Die kurze Spielzeit ist aber auch berechtigt. Der quirlige Will bringt hier jeden Song gekonnt auf den Punkt und bis auf zwei ruhige Songs (Finish What I Started, Sing to Me) geht es hier größtenteils lebhaft und tanzbar zu. Genauso wie man ihn eben mit seiner Hauptband auf der Bühne erlebt: wild und überschwänglich. Die Palette reicht hier synthielastig und experimentell (Anna, Something’s Coming) über crunchy und rau (Take My Side, What I Want) bis zu dem typischen Arcade-Fire-Baroque-Pop (Witness). Fazit: Das kürzeste Hörerlebnis des Jahres, für alle, die im Weihnachtstrubel eine kleine Aufmunterung brauchen.

 

Wolf-Alice-My-Love-Is-CoolWolf Alice – My Love Is Cool
Empfohlen von Belle Brummell

Als einer der wohlverdientesten Hypes dieses Jahres (und des letzten, um genau zu sein) lieferten Wolf Alice aus London ein atmosphärisch dichtes Debütalbum ab, auf dem sich grungige Teenage Angst so frisch anhört, als wenn die Vier sich das Genre gerade gestern ausgedacht hätten. Aber wer in einem derart jungen Alter so ein reifes Songwriting an den Tag legt, braucht das musikalische Rad nicht auch noch neu zu erfinden. Eingängige Melodien, effektive Spannungsbögen und die mal zerbrechlich hauchenden, mal furienartig kreischenden Vocals von Sängerin Ellie Rowsell komplettieren das Gesamtpaket. Und einen super Bandnamen haben die jungen Brit*innen auch noch: das Unschuldig-kindliche von Alice im Wunderland trifft auf die wilde Bestie. Eine gelungene Umsetzung der musikalischen Welt von Wolf Alice.