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Neues Album: Bosco Rogers

Passend zum lang ersehnten Sommereinbruch ist es endlich da: das noch länger ersehnte erste Album Post Exotic des anglofranzösischen Duos Bosco Rogers. Und – quelle surprise – es ist natürlich eins der Debütalben des Jahres.

Schon auf den beiden EPs Googoo (2014) und French Kiss (2015) schafften es die beiden Bandmitglieder Barthélémy ‘Barth’ Corbelet und Delphinius ‘Del’ Vargas (ja, die heißen wirklich so), zwischen verträumter 60er-Psychedelia, Garage-Geknarze und süchtigmachenden Popmelodien etwas gleichermaßen Altbekanntes und doch zu keiner Sekunde Langweiliges zu kreieren. Von den insgesamt acht bärenstarken Songs der beiden EPs hat man die schnoddrigen Googoo und In Stereo, das melodieverliebte French Kiss, mit dem die Band mich damals augenblicklich überzeugte, den 700k-Spotify-Plays-Hit The Middle mit seinem markanten Gepfeife und den 1:40-Minuten-Reißer Buttercup mit aufs Album rübergenommen. Außerdem mit am Start ist die aktuelle Single True Romance, ein zukünftiger Nr. 1-Hit aus der Retorte, den man mit seinem tausendmal so oder so ähnlich gehörten Refrain (We wanna love / We wanna dance …) wohl entweder lieben oder hassen muss. Viel mehr sagt mir dagegen Drinking For Two mit seinen Beach-Boys-Reminiszenzen zu. Insgesamt bleibt die Qualität das Album über durchgehend hoch; Bosco Rogers variieren ihren Sound genug, um abwechslungsreich zu bleiben, ohne dabei ihren Wiedererkennungswert zu verlieren. Was ihnen außerdem geling, ist eine kohärente Stimmung zu schaffen, wie ein heißer Sommertag, den man halb dösend in einem verdunkelten Zimmer verbringt. Aber nicht ohne zwischendurch zum Feiern rauszugehen.

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Best of 2015

Unsere 30 Lieblingsplatten des Jahres, sorgfältig ausgewählt vom indie pen dance Team und alphabetisch sortiert.

 

12366742_1315832198439177_624127064_nA Place To Bury Strangers – Transfixiation
Empfohlen von Polinomdivision

This year’s release by the iconic A Place To Bury Strangers, Transfixiation, is a conclusive continuation of their previous work. The record itself is a highly variable mix of sounds, from less supressed vocals and clearer separation among the instruments like on Straight in the style of Total Control, to the extreme noisy lo-fi whatever as heard on I will die, that also marks quite a good and impressive ending of the longplayer. Inbetween there is a huge package of hunting, explosive, catchy, post-punk-shoegaze-noise-styled and intense sounds. Well I guess not songs but sounds is the most accurate description for the content of Transfixiation and the whole achievement of APTBS in total, since the whole experience of their music is focused on everything put together. So this unique combination of impressions is more precisely described as a sound, the very special ATBS sound. All in all again, same as their previous presentations, the most recent one is very engaging, athmospheric and melancolic and the band themselves are badass live performers who maintain a habit for smashing their instruments on stage. Well, highly recommended on every occasion.

 

12399091_1315986231757107_1434684654_nAusmuteants – Mates Rates 7″
Empfohlen von Polinomdivision

Ausmuteants’ this year 7-inch release contains, next to the catchy and quite to the point single Mates Rates, a cover version of the legendery 80s hit Echo Beach by Martha and the Muffins. The interpretation of the song is recognizable as their own. From time to time the voice doesn’t seem to fit so well though and it gets too screamy but all in all it’s a good listen. The wave-punks in the manner of Lost Sounds and Digital Leather are excellent at mixing musical styles in their own productions. Snotty garage voices are combined with synthie sounds. At least two decades of music meet in the recordings of the young band. Impressive, indeed.

 

12375461_977640335636729_1234226921_oBeach House – Depression Cherry
Empfohlen von Pete Pelican

Rechtzeitig läuteten Beach House dieses Jahr mit ihrem bereits fünften Album die Herbstsaison ein. Wie man es schon von den Vorgängern gewohnt ist, bekommt man erneut melancholisch verträumte Songs mit lieblichen Melodien, die die 5-Minuten-Marke kaum unterschreiten und allesamt mit der zärtlich schwelgerischen Stimme Victoria Legrands vorgetragen werden. Das Ganze klingt sogar noch einen Ticken schwermütiger als bisher, was wohl daran liegt, dass hier noch mehr effektgeladene Gitarren und Synth-Flächen übereinander gelegt wurden. Teilweise gibt es dieses mal sogar verzerrte Gitarren zu hören (Sparks). Das reduzierte Schlagzeug bzw. Drumpad und die immer wieder ruhigen und zurückhaltenden Momente sorgen aber stets dafür, dass es nie zu überladen klingt. Wer also mal wieder eine Runde träumen möchte, Licht aus und Musik an! Fazit: Das entspannteste Album des Jahres.

 

10543109_989038364466589_1143384651_nBilderbuch – Schick Schock
Empfohlen von Edgar Storch

Diese Band macht einfach nur Spaß. Wenn die strammen Buben von Bilderbuch auf die Bühne gehen und mit ganz viel Homoerotik die Mädels verrückt machen, bleibt keine Achsel trocken und es tut sich schon mal ein Mosh Pit in der dritten Reihe auf. Aber ob ich dieses Album jetzt als Mädchen-Musik klassifiziere oder als Progressive-Art-Electro-Rock, bleibt dir überlassen. Ob du dieses Album in fünf Jahren noch hören wirst, kann ich dir genauso wenig prophezeihen. Doch sicher bin ich mir, dass du Silvester, gekleidet in feinster Seide mit einem Softdrink in der Hand, hemmungslos dazu abdancen wirst. Denn dieser Schick Schock kommt mit einer freshen neuen Blondierung daher, die sich gewaschen hat und lässt jeden Barry Manilow wild zu jedem auskomponierten Takt das Becken schwingen. Ich sag es laut: Maurice, ich bin hinter deinem Hintern her.

 

the-bohicas-the-making-of-e1439765648831The Bohicas – The Making Of
Empfohlen von Belle Brummell

Das (zumindest von mir) langersehnte Debütalbum der Bohicas knüpfte wie erwartet da an, wo Vorabsingles wie XXX und Swarm aufgehört hatten, nicht jedoch ohne ein paar Überraschungen aus dem Hut zu ziehen, etwa die 60s-lastige Popverliebtheit von Only You oder das dramatisch-intime Red Raw. So gut wie jeder Song ist ein Treffer, dennoch fehlt dem zackigen Indie-Rock im bewussten Retro-Gewand (noch) eine eigenständige Linie. Am ehesten bemerkt man eine solche, wenn die Gitarren in latent düsteren Tracks wie den genannten Singles in höchsten Tönen kreischen, im Chorus von Swarm in einem genialen Zug einen akustischer Bienenschwarm aufheulen lassen. Die Texte jedoch bleiben trivial und voller Platitüden – durch diese inhaltliche Oberflächlichkeit ist das Album zumindest leichte Kost, deren simple Texte sich in kürzester Zeit mitgrölen lassen. Vom Talent her ist die Band durchaus in der Lage, eines Tages den einen, großen Hit zu schreiben – um eine große Band zu werden, vermisst man bei Sänger Dominic McGuiness (übrigens der Bruder von Eugene, der es wiederum in unser Best of 2012 schaffte) – so routiniert er sich auch in seiner Rolle gibt – zu sehr sowohl das stimmliche Charisma als auch die persönliche Ausstrahlung, die bei einem Frontmann so unverzichtbar ist.

 

Courtney_BarnettCourtney Barnett – Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit

Empfohlen von Madame Blanchard

Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit” – damit kann ich mich identifizieren. Eine bunte Tüte aus Alltags-Geschichten, -Faszinationen und -Diskursen hat uns die Australierin da ausgegeben. Klasse!

Empfohlen von Pete Pelican

Mit einer Leichtigkeit hat sich die 28-jährige Australierin dieses Jahr mit ihrem Debütalbum in die Herzen etlicher Musikfans, zu einem Support-Slot von Blur und zu den Grammys gespielt. In einfache Melodien gepackt, singt sie mit ihrer gelassenen, unaufdringlichen Stimme kreative, witzige und ironische Texte über ihren Heimatvorort in Sydney, Essgewohnheiten oder Erlebnisse im Schwimmbad. Das Album strahlt eine Unbeschwertheit aus, dass man gleich alles stehen und liegen lassen will, um einfach nur dieser wunderbaren Songsammlung zu lauschen. Fazit: Bestes Debütalbum des Jahres.

 

12398297_914331801989227_857865894_oDrenge – Undertow
Empfohlen von Annie May

Nach ihrem gefeiertem Debütalbum 2013 und exzessiven Touren meldeten sich Drenge nur zwei Jahre später mit ihrem zweiten Album zurück. Undertow ist nicht so wild, so ungebürstet wie sein Vorgänger. Es ist Drenge mit einem Feinschliff, was sich gut durch das schnieke Hochglanz-Cover erkennen lässt. Für dieses Album holten sich die Loveless-Brüder noch den Bassisten Rob Graham ins Boot, der besonders auch live eine wertvolle Addition zur Band ist. Im Allgemeinen wirkt das Album düsterer und auch mystischer, trotz der ersten draufgängerischen Single We can do what we want. Das versteckte Highlight von Undertow ist jedoch der vorletzte Song Standing in the cold, welcher tief unter die Haut geht.

 

12375616_914331788655895_282851401_oEverything Everything – Get To Heaven
Empfohlen von Annie May

Die Band aus Manchester veröffentlichte dieses Jahr ihr drittes Album unter dem Namen Get to heaven, welches sie zwar nicht in den Himmel, dafür aber in die Dauerrotation der englischen Radiosender und auf die Bühnen der großen Festivals brachte. Die verdiente größere Aufmerksamkeit ist vor allem den beiden Hits des Albums, Distant Past und Regret zuzuschreiben, aber auch der Rest des Albums ist ein sehr stabiler Grundbau. No Reptiles und Spring/Summer/Winter/Dread sind nicht unter den Teppich zu kehren.

 

Ezra-Furman-Perpetual-Motion-People1Ezra Furman – Perpetual Motion People
Empfohlen von Belle Brummell

Mit Perpetual Motion People veröffentlichte der gerade mal 28-jährige Ezra Furman bereits sein sechstes Album in neun Jahren. Auf diesem umarmt er große Pop-Chorusse und bindet sie in seine einzigartige Mischung aus rumpeligem Country, Punk-Einflüssen und lupenreinen Singer-Songwriter-Momenten ein. Trotz der alles überstrahlenden Singles Restless Year und Lousy Connection, die den US-Amerikaner endgültig aus dem Underground herauskatapultierten, liegen die wahren Highlights versteckter: Hour of Deepest Need etwa, diese brutal ehrliche Ballade, auf der Furmans einzigartig-schräger Gesang von unglaublichem Schmerz zeugt („Sometimes the wound hurts powerful indeed / But sometimes you just got to let that sucker bleed“). Aber auch die jüngste Single und Body-Positivity-Hymne Body Was Made ist hervorzuheben, nicht nur wegen ihrer Message, sondern auch aufgrund eines fantastischen Saxofon-Solos, das live noch tausendmal besser ist. Überhaupt ist Furman thematisch am Puls der Zeit – die Songs auf Perpetual Motion People drehen sich um Gender-Identitäten, Politik und Depressionen, sie machen Spaß und berühren. Und live spielen er und seine Band The Boyfriends sowieso in der allerersten Liga.

 

12375732_977640385636724_2121305996_oFidlar – Too
Empfohlen von Pete Pelican

Mit ihrem zweiten Album schlossen Fidlar dieses Jahr direkt an ihr Debütalbum an. Sprich: Es geht genauso ausgelassen und ungezähmt heiß her wie man es gewohnt ist. Vorpreschende Drums, durchgeschrammelte Gitarren und Texte übers Feiern, Saufen und Wochenende, aber auch Herzschmerz. West Coast ist praktisch der Nachfolger von No Waves und sowieso schreit dieses Album danach, alles hinzuschmeißen und durchzudrehen. Der perfekte Start ins Wochenende und das perfekte Sommeralbum des Jahres 2015.

 

FoalsCoverFoals – What Went Down
Empfohlen von Pete Pelican

Neben Jamie xx’s In Colour definitiv einer meiner Favoriten dieses Jahr. Foals schaffen es tatsächlich immer wieder, einen mit jedem neuen Album zu überraschen und umzuhauen und am Ende kann man sich trotzdem nicht entscheiden, welches man nun am besten finden soll. Bei diesem Album kommt praktisch alles zusammen, was bei den vorangegangen Alben schon überzeugte. Die klimperhaften Melodien, vorantreibenden Drums und groovenden Basslines, die so gut wie in jedem Album herausstechen, dazu die Melancholie von Total Life Forever und die rohe Gitarrengewalt von Inhaler und Providence, die hier in der Vorabsingle What Went Down und in Snake Oil ihren Höhepunkt erreicht. Mit dem Arctic-Monkeys-Produzenten James Ford haben sie sich außerdem genau den richtigen Mann ins Studio geholt. Dieser sorgt hier für eine kraftvolle und glasklare Produktion. Jetzt das ganze noch live erleben! Fazit: Das bombastischste Album des Jahres.

 

12394505_977639908970105_335967170_oGengahr – A Dream Outside
Empfohlen von Pete Pelican

Bei der Band Gengahr handelt es sich um vier junge Londoner Jungs, die es dieses Jahr schafften, aus der Masse der britischen Newcomer-Bands herauszustechen und sich deshalb auch schon die Bühne mit Alt-J teilten. Ein erfrischend neuer Gitarrensound mit Funk- und Grunge-Anleihen trifft hier auf eine faszinierende hohe mitreißende Gesangsstimme. Alles poppig und eingängig arrangiert, aber trotzdem speziell, wandern die groovigen Songs übers Ohr in den Kopf und direkt in die Füße. Dark Star gehört zu den besten und tanzbarsten Instrumental-Songs, die ich in letzter Zeitt gehört habe. Textlich gesehen sprudelt das Album zwar nicht an Überkreativität, aber wer brauch das schon bei solch schöner Eingängigkeit. Fazit: Beste Neuentdeckung des Jahres.

 

f371291856251ba998e049fa457c5ad7.600x600x1Halsey – Badlands
Empfohlen von Redheadess

Ashley Frangipane alias Halsey ist noch nicht mal 21, als ihr Debütalbum Badlands im August die Regale und Charts erobert. Badlands schafft es in den US-Albumcharts auf Platz 2 und in Deutschland immerhin in die Top 40.
Von ihren Texten auf ihr Alter zu schließen, wäre fatal. Badlands ist ein wütendes, episches, junges, wildes Gesamtwerk. Es ist sexy, unzähmbar, bildgewaltig und gleichzeitig verletzlich. New Americana beispielsweise kommt mit seinen “Aaahs” und Mädchenchören daher, mit seinen Zeilen über US-Teens im 21. Jahrhundert. Bilder von Cheerleadern, dreckigen Schulhöfen, ersten Autos und illegalen Hauspartys kommen in den Sinn, nur um von der Reife und Schwere von Songs wie Drive, Roman Holiday, Colors und Coming Down zerstört zu werden: Tracks über weitaus erwachsenere Themen wie Drogenmissbrauch und Sex in Autos. Überhaupt ist Geschlechtsverkehr ein wiederkehrendes Thema in Halseys Songwriting, aber ohne zu obszön zu werden. Es ist subtil, aber es ist da.
Badlands ist ein Electropop-Album, kommt jedoch mit einer Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit, das Feld aufzumischen, wie man es zuletzt bei Lorde gesehen hat. Mit keinem Song von Badlands würde man Menschen zum Tanzen bringen, aber das ist auch gar keine Priorität. Album an, Kopfkino. Wenn das Album jedoch endet… dann ist er da, der Ohrwurm. Diese unauffälligen Zeilen von Ghost, Halseys erster Single und gleichzeitig dem letzten Track auf dem Album. Mit einem unglaublichen Musikvideo, was mindestens genauso lange im Gedächtnis bleibt wie der Refrain.
Halsey arbeitet jetzt schon an einem zweiten Album, aber erstmal kommt eine lange Tour, die sie im Frühjahr 2016 auch nach Berlin bringt.

 

12386595_1316066048415792_1994703095_nThe Hex Dispensers – III
Empfohlen von Polinomdivision

The third LP by Austin trio Hex Dispensers, III, released on Alien Snatch Records, is a well done piece of work. Well, it’s more like a hit machine to word it more precisely. Every song could easily be released as a single. Their style of clear vocals combined with melodic punk sounds mixed with female vocals is a fine product. Check it out.

 

938748_977640462303383_558059624_oHealth – Death Magic
Empfohlen von Pete Pelican

Nach 6 Jahren Abwesenheit und einem Videogame-Soundtrack kehrten Health dieses Jahr mit ihrem dritten Album Death Magic in ihr gewohntes Milieu zurück. Wieder geht es sehr verschroben und bizarr zur Sache. Verträumte Shoegaze-Passagen werden kontinuierlich mit ohrenbetäubenden, effektüberladenen Noise-Passagen gebrochen. Darüber schwebt die gehauchte und verhallte Stimme von Sänger Jake Duzsik. Wem das jetzt schon zu komplex und ungewohnt klingt, dem sei aber trotzdem der Song Life zu empfehlen. Wer hätte gedacht, dass zwischen dem ganzen unheimlichen Noise so ein luftiger, leichter, ja fast schon sommerhittauglicher Song mit direkt im Kopf hängen bleibender Melodie zu finden ist. Und eventuell hört man sich ja doch noch rein. Fazit: Aufregendstes Album des Jahres.

 

1612977_977640202303409_278134000_oJamie xx – In Colour
Empfohlen von Pete Pelican

Für mich die Überraschung des Jahres. Als Fan von gitarrenlastiger Musik hätte ich nicht gedacht, jemals ein fast ausschließlich elektronisches Album zu meinen Favoriten zählen zu können. Sicherlich spielt hier der xx-typische Sound eine Rolle, allerdings geht es hier bedeutend farbenfroher zu. Zu den bekannten Drumpad-Sounds, die die Beat-Grundlage liefern, gesellen sich wummernde Bässe, die einem teilweise den Boden unter den Füßen wegreißen. In jedem Song gibt es so viel wunderschöne neuartige Sounds zu entdecken, sei es nur die kleinste Melodie die vor sich her säuselt und für eine ganz bestimmt Atmosphäre sorgt. Von Beginn bis Ende wird man hier durch verschiedene Gemütszustände geführt. Will man zu Beginn noch ausgiebig zu Gosh feiern, wird man mit Seesaw schon in eine Art verträumten Schwebemodus versetzt, der in Stranger In A Room seinen Ruhepunkt erreicht. Danach noch ein wenig Gänsehaut versprühende Romantik mit Loud Places, bevor man mit Good Times wieder in den nächsten Club gezerrt wird und am Ende mit dem epischen The Rest Is Noise und Girl erstaunt entlassen wird. Fazit: Das abwechslungsreichste Album des Jahres.

 

Kurt_VileKurt Vile – B’lieve I’m Goin Down…
Empfohlen von Madame Blanchard

Die Gitarre steht ganz klar im Mittelpunkt dieser Blues-Country-R&B-Kombi. Kurt Vile hat für mich mit diesem Album im September die Herbst-Melancholie eingeläutet, auf eine sanfte und wohlige Weise. Man fühlt sich aufgehoben, aufgenommen unter einer warmen Roots-Sphäre und ist bereit “einen Gang runter zuschalten” um wieder aufzublühen.

 

The Maccabees_Marks To Prove It_album artworkThe Maccabees – Marks To Prove It
Empfohlen von Redheadess

Nachdem sie sich drei Jahre in ihrem kuscheligen Studio einschlossen und bis auf ein paar Sommerfestivals und DJ-Sets nicht viel von sich hören ließen, haben die Maccabees dieses Jahr einen lang ersehnten Kracher rausgehauen. Schon bei der Vorabsingle Marks To Prove It, die zugegebenermaßen wohl der schnellste Song auf dem gleichnamigen Album ist, ließ sich ein großer Schritt in Richtung Festivalheadliner erkennen. Nachdem die meisten Songs auf dem dritten Album Given To The Wild (2012) nicht wirklich livetauglich – da zu experimentell – waren, kann man das Gleiche nicht von ihrer 4. LP behaupten. Schon vor Albumrelease bekamen einige bei Liveauftritten einen Vorgeschmack: neben Marks To Prove It, das mit seinem aufregenden Tempowechsel und Kampfschrei am Anfang viel wilder als alles zuvor daherkommt, darf das Publikum bei Something Like Happiness in romantische “Oooh”-Chöre einstimmen, kriegt bei WWI Portraits und Spit It Out wegen Orlando Weeks’ ungewohnter Aggressivität Gänsehaut und wippt melancholisch zum ruhigeren Kamakura mit. Letzteres hat sich mittlerweile zum Fan-Liebling entwickelt und klingt fast noch schöner in einer der zahlreichen Akustik-Versionen, die die Maccabees in mehreren Sessions gespielt haben.
Marks To Prove It ist Elephant & Castle gewidmet, dem touristen-untauglichen Stadtteil in Südlondon, in dem die Maccabees ihr Studio haben. Es ist nicht der schönste Ort in London, ein bisschen dreckig und gruselig, gleichzeitig kurz vor der Gentrifizierung, aber wichtig für die Menschen, die dort wohnen und arbeiten und die Elephant & Castle lieben gelernt haben. Das Albumcover ziert ein Denkmal, das Faraday Building, was bei Tageslicht noch lange nicht so schön aussieht, wie wir es auf dem 4. Album erleuchtet zu sehen bekommen.
Die Songs, die man bis zum Release noch nicht live erleben konnte (und auch jetzt auf der Bühne eine Seltenheit sind), reihen sich teilweise nahtlos in das Konzept ein und könnten doch interessanter nicht sein: River Song kommt plötzlich mit Kazoo daher, Silence wird, anstatt von Sänger Weeks, von Gitarrist Hugo White gesungen und ist so zerbrechlich, dass man kurz Tränen schlucken muss, Dawn Chorus klingt genau wie sein Name: ein himmlischer Chorgesang als perfekter Abschluss für ein vollkommenes Album.

 

Die_NervenDie Nerven – Out
Empfohlen von Madame Blanchard

Die Nerven, bestehend aus den Stuttgarter Herren Knoth, Rieger und Kuhn, haben im Oktober mit ihrem dritten Album “Out” eingeschlagen. Der Bass und die Macht der Worte reiben sich mit einer brachialen 80er-Noise-Geräuschkulisse bis hin zur Ekstase im Detail. Das ist genialer Post-Punk – mannigfaltig auf den Punkt gebracht. “Inmitten der Leere. Hinter Raststätten versteckt. Deine Stimme, die wie Teer die Straßen bedeckt.” (Barfuß durch die Scherben). No Love Lost.

 

12395485_914331785322562_362234860_nSchnipo Schranke – Satt
Empfohlen von Annie May

In der deutschen Musikszene war diese Platte wohl eins der am gespanntesten erwarteten Debütalben. Die beiden ehemaligen Studentinnen der klassischen Musik, die jetzt unter dem Namen Schnipo Schranke vorlautes Teenie-Klavier-Kabarett machen, hatten mit der Single Pisse schon heiß auf sich gemacht. Das Album tropft nur so von ähnlichen Songs, die allesamt von Themen wie Verliebtsein, Sex oder Betrunkenheit in der Karibik handeln. Und dies ist auch ein kleines Manko an der Platte: Was sie einst so frisch und anders machte, wird auf dem Album schnell langweilig, da es zu einseitig ist. Erfolgreich sind sie trotzdem.

 

12367033_914331778655896_990037136_nSlaves – Are You Satisfied?
Empfohlen von Annie May

Slaves, das Punk-Duo aus Kent, sind eine verdammt geile Live-Band. Das haben sie inzwischen oft genug bewiesen. Ihr erstes Album Sugar Coated Bitter Truth erhielt nicht so viel Aufmerksamkeit, die bekam die Band eher durch Supportslots von namenhaften Acts. Ihr zweites Album war da erfolgreicher, besonders durch die vielen frühen Single-Auskopplungen wie Hey, The Hunter oder Cheer up London. Dadurch klingt vieles auf dem Album beim ersten Durchhören schon bekannt. Doch sind die Singles nicht die einzigen starken Songs auf dem Album, Do Something und Live like an animal können dort auf jeden Fall mithalten. Das Album ist gut, kommt aber nicht an die intensive Live-Show der Band ran.

 

GD30OBH.pdfSummer Twins – Limbo
Empfohlen von Belle Brummell

Ich weiß nicht, was es über mich aussagt, dass ich bei dem Albumtitel Limbo zuerst an die Vorhölle und dann an den Tanz denken musste, und das obwohl das Schwesternpaar Chelsea und Justine Brown sich auf dem Cover bewusst – und trügerisch – niedlich gibt. Beide Interpretationen des Namens haben jedenfalls ihre Berechtigung: Seinen garagig-angehauchten Indie-Pop garniert das Duo aus der Burger-Records-Familie mit zuckersüßen 50s/60s-Melodien, Handclaps, Off-Beats und sonnig-kalifornischer Leichtigkeit. Und singt über Damönen, Geisterbeschwörungen und Echte-Welt-Bedrohungen wie Zukunftsangst oder manipulative Beziehungen. Angenehm “normal” wirken die beiden nicht nur durch die generationstypischen Themen und nachfühlbaren Texte, sondern auch durch ihre authentisch ungeschulten Stimmen und kindischen Musikvideos. Dabei verfolgt das zweite Album der grundsympathischen Band eine klare musikalische Linie und überzeugt auch in Sachen Songwriting mit eine ganzen Ladung Ohrwürmer.

 

12394347_977640518970044_1158196315_oTame Impala – Currents
Empfohlen von Pete Pelican

Hier gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer, dass man dauerhaft davon überrascht sein kann, was Kevin Parker da jedes mal alleine in seinem Kämmerlein zusammenschustert. Das dritte Album steht dem Vorgänger Lonerism in nichts nach. Zu dem typisch psychedelischen Klangspektrum gibt es zusätzlich allerhand berauschende Synthesizer aus vergangenen Jahrzehnten. Deshalb ist dieses Album wohl mehr Disco als Rock’n’Roll. Die typischen Elemente wie die markant stampfenden Drums und groovig puckernden Basslines, sowie der unvergleichbar schimmernde Gesang sind natürlich trotzdem wieder mit von der Partie. Allein schon das episch dahinfließende Let It Happen verdient hier eine Extra-Auszeichnung. Fazit: Das funkelndste Album des Jahres.

 

Tess_ParksTess Parks & Anton Newcombe – I Declare Nothing
Empfohlen von Madame Blanchard

Zusammen mit Tess Parks hat Anton Newcombe (Brian Jonestown Massacre) ein Album produziert, dass musikalisch an The Velvet Underground & Nico und Konstellationen wie Serge Gainsbourg & Jane Birkin erinnert. Kratzt sowohl stimmlich als auch textlich am Nerv der Zeitlosigkeit.

 

12387802_977639975636765_1518116271_nTocotronic – Das Rote Album
Empfohlen von Pete Pelican

Den einen oder anderen mögen sie ja mit ihrem neu eingeschlagen Weg, alles etwas pompöser und glatter zu gestalten, nicht ganz überzeugt haben. Aber sind wir mal ehrlich, es war der einzig richtige Weg und mich haben sie damit erst recht überzeugt. Und bei all dem hin und her sind es immer noch klar und deutlich Tocotronic. Die lyrische Poesie Dirk von Lowtzows springt von einem Höhepunkt zum nächsten und gehört wohl mit zu dem besten, was deutschsprachige Musik zu bieten hat. Synthesizer und neue Gitarreneffekte fügen sich perfekt ins tocotronische Klangbild ein, was man sich aber am besten selber in Die Erwachsenen oder Sie irren anhören sollte. Melodien und gewisse Textzeilen bleiben auch direkt im Gehörgang kleben. Fazit: Beste Bandentwicklung des Jahres.

 

pre-release-theories-of-twenty-one-pilots-album-blurryface-379184Twenty One Pilots – Blurryface
Empfohlen von Redheadess

Ich gebe es zu: ich habe versucht, mir Twenty One Pilots anzuhören, ohne auch nur irgendwas über sie zu wissen. Das war naiv. Wenn ich gewusst hätte, dass mich Rap erwartet, hätte ich es vielleicht gar nicht erst versucht. Car Radio von ihrem 2013er-Album Vessel gibt mir so gar nichts. Dann, dank Radio 1, höre ich plötzlich Tear In My Heart von ihrem vierten Album und es ist um mich geschehen. Kein Stück klingt dieser Song nach dem, was ich gehört habe. Viel zu melodisch, zu pianolastig, zu happy. Genau, wie ich es mag. Kann es etwa sein, dass ich den beiden Jungs aus Ohio keine Chance gegeben habe? Sie verdienen also eine zweite. Was mich erwartet, muss ich noch immer verarbeiten. Blurryface ist ein wilder Mix aus Rap, Hiphop-Beats, Elektro, Pop, Stadionrock, Reggaelectro (kein Witz!), Ukulele, Zeilen zum Mitgrölen, zu schnellen Lines, traurigen Klavier-Tracks, Gangvocals, und über all dem Tyler Josephs brilliantes Songwriting. Blurryface ist die Art Album, vor dem man sitzt und verzweifelt. Unmöglich können all diese Songs von der gleichen Band stammen. Wie kommen diese plötzlichen Breakdowns zustande? Wie zur Hölle kann dieser Kerl so schnell rappen? Und warum bekomme ich eine Gänsehaut?
In den USA ist schon vor Jahren angekommen, was für eine besondere Band wir hier vor uns haben, aber hier spielen die beiden trotzdem (noch!) die kleinen Venues.
Während ihr selbstbetiteltes erstes Album noch klang wie ein von My Chemical Romance geschriebenes Musical und die Nachfolger-Alben teilweise die selben Songs in verschiedenen Versionen beinhalteten, ist Blurryface ein Gesamtwerk, das man nicht beschreiben kann. Selbst die Band will sich genretechnisch nicht festlegen.
Kaum ist man mit Heavydirtysoul überrollt worden, mit Josh Duns ultraschnellen Drumbeats und noch schnelleren Zeilen wie “This is not rap, this is not hip hop”, kommt Stressed Out hinterher, weitaus softer, aber nicht weniger hiphop-lastig. Danach wird man mit dem ominösen Reggaelectro begrüßt – ein Begriff, der Ride allerdings auch nicht wirklich gerecht wird. Sagen wir lieber, es ist genau der Song, den ihr auf einem Festival in der untergehenden Sonne hören möchtet. Glaubt mir. Aber es ist nicht alles besorgniserregend: Tracks wie Tear In My Heart und Not Today kommen mit fröhlichem Piano-Geklimper und Fingerschnipsen daher – und Zeilen, die zu lang sind, um sie in ein Albumreview zu schreiben, aber einem den Tag versüßen, wenn man drüber schmunzeln muss.
Zu We Don’t Believe What’s On TV und The Judge wird die Ukulele herausgekramt, die “Nanana”s, die “Ohohohoh”s und die “Yeah yeah yeah”s. Zwischendurch immer wieder Zeilen über das böse Musikbusiness, die auch eifrig dieses Jahr bei den MTV VMAs vorgetragen wurden. Hat sich keiner drüber gewundert, stattdessen wurden Tyler und Josh gefeiert wie Newcomer. Dabei sind sie auch schon seit 2009 dabei.
Blurryface endet mit einem traurigen Klavierepos namens Goner, in dem Tyler deklariert, wie schwach er ist. Hoffentlich nicht zu schwach, um ein wundervolles fünftes Album zu schreiben, denn seine Lyrics sind heutzutage das, was viele Teenager am Leben erhält. Wortwörtlich.

 

The-Vaccines-1The Vaccines – English Graffiti
Empfohlen von Redheadess

Ein drittes Album ist immer eine Herausforderung. Nachdem das zweite Album meistens über die Zukunft einer Band entscheidet, kann ein irrelevantes drittes Album schnell in den Ruin führen – oder aber die Band etabliert sich richtig. Nach dem gefeierten Debüt What Did You Expect From The Vaccines und dem weniger hit-lastigen Come Of Age legen The Vaccines nun English Graffiti nach.
Was ich nach dem ersten Hören ihrer zweiten Single Minimal Affection noch als “schlechte neue Strokes” bezeichnete (mea culpa), wandelt sich beim ersten Hören in ein Eigentlich-doch-ganz-gut um. Schließlich wollte man schon beim ersten Airplay der ersten Singleauskopplung alles liegenlassen und das Tanzbein schwingen. In typischer Vaccines-Manier ist Handsome 2:21 lang und viel zu schnell zu Ende. Nach dem etwas eintönigen Minimal Affection, das ungewohnt elektronisch und vielleicht ein bisschen zu futuristisch wirkt, wird man mit dem nächsten Tanzflächenkracher belohnt: 20/20 ist gerade mal 3 Minuten lang, zischt schnell an einem vorbei, aber man klatscht automatisch mit. Vor allem live, wie die Vaccines auf einer langen Tour und unzähligen Festivals diesen Sommer gezeigt haben, kommt der Song gut an.
Auch auf dem Rest des Albums hält das erwachsen gewordene Quartett den experimentellen Kurs: (All Afternoon) In Love bringt elektronisches Gedudel unter Justin Young’s gehauchtem “I’m falling in love…” mit sich, Denial verzerrt seine Stimme fast komplett. Überhaupt scheinen The Vaccines Effektgeräte und Synthesiser für sich entdeckt zu haben, Stranger benutzt sogar Autotune. English Graffiti ist aber auf keinen Fall ein kompletter Genrewechsel: Songs wie Radio Bikini oder der Titeltrack könnten sich auch auf Come Of Age befunden haben. Ob sich diese neue Richtung aber in der Konkurrenz von so vielen anderen guten dritten Alben beweisen kann, bleibt auszutesten.

 

Viet_CongViet Cong – Viet Cong
Empfohlen von Madame Blanchard

Im Januar kamen Viet Cong mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum daher. Drei Jahre hat die Band an dem Werk gebaut. Zu Stande gekommen sind zer- und verstörende Gitarren-Effekte und Texte in Post-Punk-/Art-Rock-Manier. Auf Grund von Meinungsverschiedenheiten bezüglich ihres Namens wird dieses Album wohl nur das erste und letzte mit der Aufschrift Viet Cong sein.

 

12380664_977640622303367_1416882295_oWill Butler – Policy
Empfohlen von Pete Pelican

Arcade-Fire-Liebhaber wurden dieses Jahr mit der ersten Soloplatte eines ihrer Mitglieder bei Laune gehalten. Einige könnten vielleicht behaupten, dass es sich bei gerade einmal acht Songs mit einer Laufzeit von 27 min allerhöchstens um eine EP handle. Die kurze Spielzeit ist aber auch berechtigt. Der quirlige Will bringt hier jeden Song gekonnt auf den Punkt und bis auf zwei ruhige Songs (Finish What I Started, Sing to Me) geht es hier größtenteils lebhaft und tanzbar zu. Genauso wie man ihn eben mit seiner Hauptband auf der Bühne erlebt: wild und überschwänglich. Die Palette reicht hier synthielastig und experimentell (Anna, Something’s Coming) über crunchy und rau (Take My Side, What I Want) bis zu dem typischen Arcade-Fire-Baroque-Pop (Witness). Fazit: Das kürzeste Hörerlebnis des Jahres, für alle, die im Weihnachtstrubel eine kleine Aufmunterung brauchen.

 

Wolf-Alice-My-Love-Is-CoolWolf Alice – My Love Is Cool
Empfohlen von Belle Brummell

Als einer der wohlverdientesten Hypes dieses Jahres (und des letzten, um genau zu sein) lieferten Wolf Alice aus London ein atmosphärisch dichtes Debütalbum ab, auf dem sich grungige Teenage Angst so frisch anhört, als wenn die Vier sich das Genre gerade gestern ausgedacht hätten. Aber wer in einem derart jungen Alter so ein reifes Songwriting an den Tag legt, braucht das musikalische Rad nicht auch noch neu zu erfinden. Eingängige Melodien, effektive Spannungsbögen und die mal zerbrechlich hauchenden, mal furienartig kreischenden Vocals von Sängerin Ellie Rowsell komplettieren das Gesamtpaket. Und einen super Bandnamen haben die jungen Brit*innen auch noch: das Unschuldig-kindliche von Alice im Wunderland trifft auf die wilde Bestie. Eine gelungene Umsetzung der musikalischen Welt von Wolf Alice.

Upcoming album release: Who’s Panda – Better Tell The Truth

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They’re Swiss, their band name has a cute animal in it – what’s not to love? But before you get misled by their band name or trendy hairdos – Who’s Panda actually aren’t just another vapid hipster band. Their upcoming second album ‘Better Tell The Truth’ is a solid rock record that will convince fans of Band of Horses and Kings of Leon alike. In fact, you could probably take both your dad and your girlfriend to their gig and they’d love it. Opening track “Undressed” even reminds one of Tame Impala with its dragged-out melancholy. ‘Learning From Mistakes’ is a picturebook festival anthem that captures the moment you walk from one stage to the other with a chilly breeze tousling your hair, you know, that moment when the rain has just stopped and the sun is breaking through and happy people in rain ponchos dance through the mud all around you. And they have plenty of those anthems, with choruses to belt out at the top of your lungs and lots of “aaaahs”. My personal favourite, “Other Side”, is perhaps the most ‘rock ‘n roll’ track of them all, a completely timeless song that makes good use of handclaps (you can always win me over with handclaps).
WhosPanda_Cover_LowResDuring the slower songs, the Kings of Leons references are at times almost painfully obvious, most notably on the brand new single ‘God Bless Them Pretty Women’. Fans of KoL should definitely check this one out. Another recommendation is title track ‘Better Tell The Truth’, which you can listen to below. It’s no surprise that this one has been released as a single as well, having all it takes for a real indie hit.
The album ends with 5-minute-track “Dreams” that throws some long instrumental parts in the mix, showing off the band’s versatility once more. All in all, ‘Better Tell The Truth’ shows Who’s Panda’s remarkable talent in songwriting as well as in creating a dense atmosphere within their songs. This pleasantly coherent record is certain to please music fans of all ages.

‘Better Tell The Truth’ is out on October 24th.

Festival Season 2014: Reeperbahn Festival, Hamburg (DE)

Since Reeperbahn Festival is mainly there for showcasing new artists, many of whom don’t even have more than a single out, I’m going to make it short this time and bring you my top 5 new (and one not so new) acts from this year’s installment:

 novemberdecember

5. NovemberDecember

Autumn is here and Winter is coming, so it’s never too early to take care of the right soundtrack for the dark months. NovemberDecember from Denmark apply for this job with not just a fitting band name, but a perhaps typically Scandinavian melancholia with vocal harmonies reminiscent of Kings of Convenience, accompanied by light guitar picking and some added drama provided by the strings section. Their brand new single ‘Save Yourself’ with its memorable chorus has a good chance of becoming this season’s indie hit.

bohicas

4. The Bohicas

The Bohicas were one of my main reasons for buying the festival ticket after having made waves earlier this year with double a-side ‘XXX / Swarm’. Both tracks brought new hope to all who craved some good old-fashioned, leather-jacketed rock’n roll that makes you want to dance as well as pick up a guitar and start a band all at the same time. On the stage of the newly opened Molotow, however, The Bohicas are not a very memorable presence – their songs however all the more so. Not a single track seemed out of line with their fast, danceable set, proving that the debut single wasn’t just a lucky shot and we can expect an album full of potential hits to hopefully come around the corner soon.

manythings

3. Many Things

Other than The Bohicas, fellow Brits Many Things (formerly MT) are the definition of a live band. I discovered them while listening through the line-up and it didn’t take more than one play of their fatally catchy single “Alpha Romeo” to convince me to give them a shot. Live, Many Things fall into the category of “band whose entertainment factor is mostly based on a nutcase singer who spends more time in the crowd than on stage, likes to stand on monitors, photobombs his own band’s live pictures and shamelessly flirts with every female in the audience”. Needless to say, the whole place was having a hell of a time. Definitely a band I would go see again, but I wouldn’t blindly buy a record of theirs without a test listen first.

july talk

2. July Talk

Without a doubt the discovery of the festival for me, July Talk were another lucky find while I browsed that evening’s artists in the afternoon. The Canadian quintet have their very own brand of punk-infused indie pop, their most outstanding characteristic being their lead singers’ vocals: Peter Dreimanis with his sandpaper voice vs. Leah Fay’s sweet and quirky vocals makes a contrast that works surprisingly well. On top of that, they also have a whole bunch of tunes up their sleeve, and the live show to match. While playing the tiny stage in front of the window of Michelle Records, Fay is constantly mounting a record stack or any other elevation she can find, waves at little children standing outside the window or calling out to passers-by to come in, when she’s not busy lying down on the floor or flirting with / dry-humping her co-singer boyfriend Dreimanis. In this case, I would have bought the album, which had just come out that day, right there at the gig (if they’d had vinyl or CDs had been less than €15).

bilderbuch

1. Bilderbuch

The other major reason I bought the ticket were the Austrian guys from Bilderbuch – half experimental indie, half dorky boy band, they are the most refreshing thing to sing in German since I can remember, basically. When I first saw the Viennese band at Berlin’s Magnet Club in 2009 –completely unplanned–, they sounded like a German-language rip-off of the recent British indie rock wave. But when I stumbled upon their second album ‘Die Pest im Piemont’ some time later, they definitely won me over. After all that record was basically a concept album about a plague in Italy, with screeching guitars and lyrics reflecting a slow descent into madness and apocalypse echoed by the music.

At their Reepfest gig, the audience at the well-filled Grünspan sings along to every word of their recent hit ‘Maschin’ off the ‘Feinste Seide EP’, a record that makes the upcoming third album look more electronic, more dancefloor-oriented but with the same love for experimentation. I could go on and on about their wonderful sense of irony that is pitted against lyrics of poetic depth. I mean, this band can write lines like Wenn ich in tausend weißen Nächten Diamanten schlürf / und mich dein Puppentanz zu altem Glanz verführt while at the same time they have a song called “Softdrink” which basically goes Coca-Cola, Fanta, Sprite, Pepsi, 7up, alright, which, if you think about it, is the “Burger Dance” all over again. But who could even hold it against these boys, in their trashy 90s outfits, their lead singer Maurice Ernst with his badly dyed blond hair, who is so effortlessly charming and so overly Viennese that it must be for show (or are they really like that, using words like vorzüglich and calling the audience meine lieben kleinen Hamburger) or Michael Krammer on guitars and percussion who looks like a hip-hopper in his basecap but suddenly lays down a kick-ass heavy metal guitar solo. It’s this element of surprise, of humour, and also this sense that these guys actually have a new and fresh approach on pop music, and that approach is playful and ironic and can use auto-tune without sounding shit. Truly, this must be art.

All pictures © D. Prahl

Live: Arctic Monkeys + The Strypes in Berlin (DE), 05.11.2013

© D. Prahl
© D. Prahl
“Middle of adventure, such a perfect place to start…”

Although they did not play “505” in Berlin, let me use this line from said song to jump right into the experience that was the Arctic Monkeys concert at the Columbiahalle, my third time seeing them live and second full concert since 2007’s performance at the Stadtpark in Hamburg (their last time in my hometown). Because as I was squeezed in between 3,000 sweating, jumping, air-punching bodies when they played the first song I ever heard by them, I was thrown right back to that moment when it all began, my introduction to a band that has always been one of my favourites since that day in 2005. I was in my parents’ kitchen –I still lived at home, obviously, at 16– and the crappy white radio that stopped working after a few years but I guess is still there because no one bothered to take it down was tuned to Delta Radio. I suppose as it was evening and I was in the kitchen alone I was either setting the table for dinner (or “Abendbrot”, evening bread, as we say in Germany) or clearing it, and this song came on. I had never heard it before, or heard of the band for that matter, but it was one of those songs that from the first second on you can jump around to like crazy, even if it’s the very first time you’re listening to it. It was the music version of love at first sight, so to speak. Not much later, their album was on my Christmas wishlist, regardless that it was only going to be released in January. I got the single instead, possibly the last single I ever got that wasn’t a promo. Fast forward eight years and five albums, and this song, “I Bet You Look Good On The Dancefloor”, is still an integral part of their live setlist. Many bands get tired of their big hit after a few years, especially if they’ve evolved musically in the way the Monkeys have. But this kind of fanservice proves that even though they are gel-haired, sharp-suited men who occassionally perform with a string section on stage now, the Arctic Monkeys are still fucking devoted to their fans as their fans are to them, and even though I’ve been waiting in vain for another Hamburg show for six years now, they do return to Germany regularly and have played Hurricane Festival in 2011 and 2013, at least.

Their first album is a classic of my generation, and I’m not sure if I had realised, up to this day in Berlin, just how beloved it is, not only in the UK but also here in Germany. Still, a big part of the people who embraced “Whatever People Say I Am…” turned their backs on the band by the time “Humbug” was released – a development that’s epitomized by German band Kraftklub’s use of the line “…und Josh Homme hätte nie die Arctic Monkeys produziert”, explicitly stating the wish that “Josh Homme had never produced the Arctic Monkeys”. I don’t think anyone understands my agony about one of the worst and most undeservedly successful bands of my embarrassing country getting away with singing about how they wish one of my favourite albums had never been made – I mean really, make your sucky music all you want, but leave my favourite records alone! Personal resentments aside, I believe many Monkeys listeners are with Kraftklub on this one, wishing AM would just continue to blast out dancefloor stompers like the seminal “I Bet You Look Good …”, “Dancing Shoes” or “Brianstorm” instead of tender, lyrically exquisite works like “Cornerstone”, “She’s Thunderstorms” or “Fire And The Thud”. Everyone who is genuinely interested in and open-minded towards music, however, will at least appreciate that AM continue to develop their sound on every album. Because putting out variations of “Whatever People Say I Am…” would have ensured they had been forgotten by 2008, like the majority of their peers.

Instead, the Monkeys’ return to Germany causes quite a buzz: When we arrive, the short areal in front of the sold out Columbiahalle is filling up rapidly with people blocking the entire sidewalk. A couple of boys sing along to the latest album playing on their mobile phone with such flawlessness one hopes that an A&R is nearby, signing them on the spot. Later, I discover several faces from the Hamburg scene in the crowd; now tell me again how no one would come to a Hamburg show if they’ve “already played Hurricane”. Finally in front of the stage, the situation immediately gets uncomfortable. The drunken concert tourists from Scandinavia making out next to me are only half as bad as the constant squeezing and pushing, people trying to get to the front even though there is not half an inch of space left between anyone and their neighbours. Once the show has started and I spend the first six songs trying to stay on my feet and maybe snap a photo or two for the blog as well without losing my whole possessions, I get gradually pushed back until I’m somewhere in the middle of the concert hall, where finally I can breathe and not have to have constant body contact. Also staying on my feet gets a lot easier; still I get away with a twenty-centimetre bruise on my upper arm that I can’t recall getting. It reminds me of the days when moshing was part of my usual concert experience, when I always carried a change of shirt for after the show, and bruises at least weren’t as bad as coming out bleeding.

The Strypes' Ross Farrelly: with the sunglasses at least no one asks for ID (© D. Prahl)
The Strypes’ Ross Farrelly: with the sunglasses at least no one asks for ID (© D. Prahl)

But now to the actual show. The opener is, finally, someone not entirely unknown (I’m extremely unlucky when it comes to decent support acts): Irish baby Beatles The Strypes take the stage by storm, but the crowd is hard to impress; after all they are here for one of the biggest rock bands of their time. Plus, the average age of the crowd is way past twenty, which cannot be said of the teenage quartet on stage. However, The Strypes are incredibly advanced for their tender age; the only thing one could blame them for is playing the same song over and over again. Other than that, they are brilliant fun, have sing-along choruses en masse, and if you could only move, then yes, you would dance.

I should perhaps mention that whether this concert would even take place or not had been unclear until the day of the show; several concerts in the UK and the Offenbach gig a day earlier had to be cancelled due to Alex Turner’s infection with laryingitis, the Offenbach date even without rescheduling. Logically, we were nervous wrecks just until the point the Monkeys actually entered the stage. Surprisingly though, Turner’s voice was as smooth as ever, he even talked between songs, which we hadn’t expected as he should probably save his voice for singing. If you didn’t know, you wouldn’t have noticed he had been sick.

Alex Turner (right) with live guitarist Bill Ryder-Jones (© D. Prahl)
Alex Turner (right), Matt Helders and live guitarist Bill Ryder-Jones (© D. Prahl)

They opened with “Do I Wanna Know” followed by a bunch of earlier smash hits including “Dancing Shoes”, “Teddy Picker” and “Brianstorm”. By now they have such a mass of material that they can fill a whole setlist only with singles, plus of course there were several tracks from current album “AM”: all the singles (“R U Mine?” being the final highlight) plus what I bet will be the next, “Arabella”, including Alex’s very particular choreography (look it up on YouTube if you want to have a laugh) as well as “Fireside”, “No. 1 Party Anthem” and my personal favourite “Snap Out Of It”. To my delight, “Pretty Visitors” was on the setlist as well (I’m past the point where I expect them to play certain favourites of mine, I know I’ll never get to hear “This House Is A Circus” live again). Another highlight was a slow, acoustic version of “Mardy Bum”, which perfectly fit the more grown-up image the band now have, even though they wrote it as teenagers.

The stage decoration was also one size up from the last time (© D. Prahl)
The stage decoration was also one size up from the last time (© D. Prahl)

At their last headline show I went to, the Arctic Monkeys were a bunch of shy, pimply boys who didn’t know how to act when a barricade crashed and the concert had to be interrupted, and just stood around on stage awkwardly until told to resume. Back then they weren’t really known for being a great live band, and there still is very little action on stage (and zero interaction between band members, apart from Alex introducing his fellow musicians to the crowd) – it’s very much a one-man show, now that Turner has mastered his frontman job in his very own way. Even extroverted drummer and co-vocalist Matt Helders up on his pedestal remains in the background behind Turner’s clumsy dance moves and exquisite quiff, while guitarist Jamie Cook and bassist Nick O’Malley prefer hiding in the shadows and their glorious beards. However, no one would dare to claim that they’re not a good live act these days, the glitz and glamour of the giant, illuminated letters “AM” at the back of the stage doing their part along with an elaborate light show.

Painful facial expressions like these were, luckily, the exception (© D. Prahl)
Pained facial expressions like this were, luckily, the exception (© D. Prahl)

Alex Turner still has something of that Sheffield schoolboy behind the glamorous façade; even though these days you won’t catch him singing “he’s pinched me bird” (from 2005 b-side “Bigger Boys And Stolen Sweethearts”), his Northern accent as well as his dry sense of humour and slurring shyness ensure that authenticity which makes it just impossible to not like him. He’s a global superstar but one who you can bet has both his feet on the ground, and I’m saying this even though I once waited two hours in the cold for him to come out after another Berlin show, this time with The Last Shadow Puppets, and he and Miles Kane just disappeared into a taxi without signing a single autograph. I’ve never waited for Alex again but I did bully Miles twice into signing autographs and taking pictures with me after that, hehe.

I admit I’m not the kind of fan I once was; I don’t learn lyrics with the same dedication (I still don’t think I’ve mastered an entire Monkeys album, to be honest) and I didn’t even know who stood where on stage, but I do have a deep love for this band, both because they have the best lyrics I know and because they’ve never truly disappointed, musically. Almost every band has at least one lazy album up their sleeve but not these guys. Each of their songs has elegance, charm and truth to it, and I have never once thought “but I hate it that they only play huge arena shows for €40 and never come on tour elsewhere than Berlin and only play festivals and gahgahgah”, all I’ve ever thought is that the world can’t have such a sucky taste in music after all if the Arctic Monkeys get this big.

Festival Season 2013: Reeperbahn Festival, Hamburg (DE)

Stars 'n' Strypes: Reeperbahn Festival celebrates new and some established acts (© D. Prahl)
Stars ‘n’ Strypes: Reeperbahn Festival celebrates new and some established acts (© D. Prahl)

Now in its eigth year, Reeperbahn Festival keeps growing: 400 music acts, artists, performers and exhibitions could be experienced in 70 locations around Hamburg’s St. Pauli district. Plus, this year’s festival was extended from three days to four, the Wednesday only being open to those with a three-day wristband and not available as a day ticket. So logically, as Wednesday was “free”, only few locations were open, but as always there was plenty to discover.

Wednesday
Roosevelt were among the lucky ones to play the charming Prinzenbar. (© D. Prahl)
Roosevelt were among the lucky ones to play the charming Prinzenbar. (© D. Prahl)

Hamburg welcomed festival-goers with heavy rain showers so typical for the northern German city – luckily the two open-air stages on Spielbudenplatz had been merged into one, their roofs forming a comfortable shelter from the rain. Due to the bad weather I decided to stay at Molotow, with only a spontaneous trip to Prinzenbar in-between. After a short peek at Stabil Elite, whose set was almost over when I came, not leaving them enough time to impress, I went upstairs to the bar where I caught a bit of Naked as we came before fellow Hamburgers Der Ringer were on. The quintet had recently released a quite accomplished first EP, “Das Königreich liegt unter uns”, on newly formed label Euphorie, and their live performance once more underlined that Foals-esque soundscapes and meaningful German lyrics actually do go together. The night at Molotow Bar was rounded off by a storming performance by Munich’s Elektrik Kezy Mezy, who I hadn’t heard of before. Their steaming rock’n’roll with Motown-influences left no foot in the room standing still. After that I met up with a friend at Prinzenbar where I caught the rest of Roosevelt‘s set. With his electronic project, Beat! Beat! Beat! man Marius Lauber has notably matured and also drew a respectably sized crowd for a Wednesday night. We ended the night at the 60s beat disco at Molotow Bar, but still needed our reserves for the three days ahead, so it didn’t get too late.

Thursday
As harmless as they look? (Ex-) bouncers Mark Büttner and Viktor Hacker (© D. Prahl)
Less scary than they look: (Ex-) bouncers Mark Büttner and Viktor Hacker (© D. Prahl)

As tradition demands, we started our Thursday with some high culture: “Zeit für Zorn” (Time for rage), the bouncers’ reading, took place at Pearls Table Dance Bar like almost every year. The place was packed as always when the three comedically talented bouncers leave their place at the door to take the stage instead and read their typically dark-humoured stories about working in the Hamburg nightlife.

Singing the blues all in black: NY's Matthew Daniel Siskin alias Gambles. (© D. Prahl)
Singing the blues all in black: NY’s Matthew Daniel Siskin alias Gambles. (© D. Prahl)

Following up was New York singer-songwriter Gambles aka Matthew Daniel Siskin, whose debut EP and album had been through the hype machine of countless music blogs (including ours). With his raw voice and haunting songs as well as a lot of charm and jokes in-between, he won the audience over in no time. We can only recommend to check out the freshly released first album, “Trust”.

After this, Smith Westerns delivered an ok performance at Molotow, but their sunny indie-pop was a bit too carefree and meaningless for my liking that moment. We thus traveled to Uebel & Gefährlich for The Boxer Rebellion, whose set was mostly a lot of bright lights and bombastic radio-format rock, but it failed to touch me entirely. Neither could Born Ruffians, a kind of less famous Vampire Weekend who failed to make a mark for themselves in the wide sea of oh-so-quirky indie bands.

Not only Smith Westerns felt the heat in the Molotow basement. (© D. Prahl)
Not only Smith Westerns felt the heat in the Molotow basement. (© D. Prahl)
Rebellion is different: Format-radio rock prevailed at The Boxer Rebellion's gig. (© D. Prahl)
Rebellion is different: Format-radio rock prevailed at The Boxer Rebellion’s gig. (© D. Prahl)
Not so quirky: Born Ruffians failed to stand out. (© D. Prahl)
Not so quirky: Born Ruffians failed to stand out. (© D. Prahl)
Satisfying finale: Dutchman Jacco Gardner (© D. Prahl).
Satisfying finale: Dutchman Jacco Gardner (© D. Prahl).

Luckily the evening found a more than satisfying ending in Jacco Gardner‘s set at Imperial Theater. The Dutch singer-songwriter performed his catchy indie pop with a full band and lots of charm among the props of the current play, as logistics demand from every band playing this theatre during Reepfest.

There was a headphone disco on at Molotow afterwards, which wasn’t quite as good (and well-visited– it was a Thursday after all) as the one at Berlin Festival, but still something else for a change. Thanks to the insufficient traffic service on week nights and two of our friends catching a coach home at 7am, we had to go strong until the morning hours before recovering from this eventful day.

Friday
Nerdy indie-engineers: Breton were the festival's most interesting genre-benders. (© D. Prahl)
Nerdy indie-engineers: Breton were the festival’s most interesting genre-benders. (© D. Prahl)

The evening started with what would turn out to be one of my personal highlights of the festival: Breton made up for their cancelled gig last year with a stunning set at the recently re-opened Mojo Club. Backing up their mesmerising sound with video projections, the Londoners definitely knew how to suck a crowd in. They may look like Physics students but are capable of mixing hip-hop beats with strung out post-rock sequences and the kind of working-class accent that’s suspiciously absent from most of today’s neatly combed indie bands. What’s so rare about their equally fearless and intellectual blend of styles is that the result is genuinely interesting – an attribute that I’ve been hard put to find in anything released in the indie rock genre in the last couple of years. In this sense, they were really the kind of exotic flower one always hopes to find at festivals like these.

Marla Blumenblatt spreading her retro charm at Spielbudenplatz (© D. Prahl)
Marla Blumenblatt spreading her retro charm at Spielbudenplatz (© D. Prahl)

Another exotic flower, without any doubt, was Berlin-based songstress Marla Blumenblatt (literally: Marla Flower Petal; hopefully not her actual name). Performing at the publicly accessible Reeperbus on Spielbudenplatz to promote her set later that night, she and her band brought back the vibe of German popular music of the 50s and 60s with coquettish lyrics evoking the idyll of bathing resorts and garden pavillions and a quite unique, though shrill singing voice (with a distinct southern-German or even Austrian accent – so much for the Berlin myth) accompanied by guitar and double bass.

After lengthy queuing for James Vincent McMorrow at Mojo Club, I found that his soporific slow songwriter-pop was definitely not what I needed this relatively early in the night. At least I managed to catch that one song that used to wake me on the radio when I lived in England in 2011, the only reason I actually wanted to go see him.

Void of ideas: Hamburg indie-poppers This Void (© D. Prahl)
Void of ideas: German indie-poppers This Void (© D. Prahl)

Unfortunately I now had virtually nothing on my list to see instead, so I went to the nearest club – Molotow once again – and caught bits of This Void at the bar, but they were just another of those German indie bands who are decent at copying US or UK role models but fail to bring their own ideas to it – the main reason why there is no decent indie scene here apart from over-intellectual uni graduates frequently classified as “Hamburger Schule” (Hamburg school) who all sound pretty much exactly the same.

Luckily China Rats were about to start in the basement club – I knew the name because they had played at Molotow before but I hadn’t actually been or listened to their music for that matter. So what happened was basically a picturebook Reepfest experience: You walk into show without expecting anything, and you’re just blown away. When the lads from Leeds unpacked their Clash-like singalongs, the crowd didn’t need to be asked twice to engage in a wild pogo. Unbelievably, the band appear to be unsigned – even if their sound is nothing particularly new, it’s undeniably fun and they’ve got some hooks that would make most songwriters blush with envy.

Synchronised perfection: Laing lacked authenticity (© D. Prahl)
Synchronised perfection: Laing lacked authenticity (© D. Prahl)
Pocket Beatles: The Strypes brought some 60s vibe to the Grünspan (© D. Prahl).
Pocket Beatles: The Strypes brought some 60s vibe to the Grünspan (© D. Prahl).

After this brilliant performance I went to Docks to have a short glimpse at Laing, one of the few interesting pop bands to emerge in Germany lately. The girl quartet bring back the sound of the 80s’ New German Wave – catchy electro-pop with uncomplicated singalong lyrics. Paired with matching outfits and perfectly choreographed synchronous dance moves, one could easily think Laing were some cunning major label’s product, but on the contrary: They are the brainchild of lead singer Nicola Rost, who writes the songs, makes up the choreography and even sews their own stage outfits. This DIY spirit quickly made them the darlings of the more indie-oriented music press, but sadly, their performance was too stylized and soulless for my liking. Also they seemed to play more covers than original songs, but I was really only present for a couple of minutes to be fair, because I wanted to make sure to get in at The Strypes‘ gig at Grünspan. Equally loved and hated, these Irish teenagers have a reputation of being an incredible live band, but their mainstream-conformity and underage obviously make them little attractive to all those who take their taste in music super seriously. With a debut album full of potential chart hits, they obviously had a little help from professional songwriters, but a performance like that can’t be mass-produced. The fifteen- to seventeen-year-old pocket Beatles chased each other across the stage like young dogs, swapping instruments, sharing mics, flirting with the crowd or acting so over cool it was obviously self-parody (in the case of the sunglasses-clad lead singer). Not to mention that they played a fucking one hour twenty set with just one album up their sleeve – and without the popular break before the encore (which is not usually done at festivals anyway).

After this perfect way to end the night, I only had to kill three more hours until I could get home, which were passed at the Molotow as usual.

Saturday
Not aged a bit: Sugarplum Fairy man Victor Norén presented his new band Viktor & the Blood (© D. Prahl).
Not aged a bit: Sugarplum Fairy man Victor Norén presented his new band Viktor & the Blood (© D. Prahl).

Now with three days of festival in my bones, I was little more than a wreck and had also caught a cold by Saturday. Luckily, the line-up held nothing urgent today apart from Viktor & The Blood. The new band by Sugarplum Fairy’s Victor Norén and Jonas Karlsson alongside ex Mando Diao drummer Samuel Giers opened the night at Grünspan with some reliable radio rock’n’roll, as you would expect. Their gig was significantly overshadowed, though, by the recent death of Sugarplum Fairy member Kristian Gidlund, to whom the band also dedicated a song. Surprisingly, the three only performed with a guitar, drums and vocals – no bassist. Still, their sound didn’t lack power and was made distinguishable by Victor’s charismatic voice.

UK lads New Desert Blues brought some Americana to the Rock Café. (© D. Prahl)
UK lads New Desert Blues brought some Americana to the Rock Café. (© D. Prahl)

After having watched their set in full, I joined a friend at New Desert Blues‘ gig at the Rock Café, in the rooms of the former Silber, a place you’d never get caught in except at Reepfest. The UK newcomers played slow, dusty Americana, which was nice for the while, but couldn’t catch my attention for too long, especially as I wanted to make it in time for Beliefs‘ gig at Grüner Jäger. Canadians Josh Korody and Jesse Crowe and their band played a trendy blend of grunge, surf and lo-fi, of course with the matching thriftstore look. Maybe it was in part thanks to the extreme volume that you really couldn’t pull yourself out of their noisy guitar walls and distorted vocals. The packed Jäger was dancing, anyway.

Jesse Crowe's Beliefs showed off some neo-grunge at Grüner Jäger (© D. Prahl).
Jesse Crowe’s Beliefs showed off some neo-grunge at Grüner Jäger (© D. Prahl).
We would have preffered a real shark to this farce: Fake Shark Real Zombie! were rather annoying. (© D. Prahl)
We would have preffered a real shark to this farce: Fake Shark Real Zombie! were rather annoying. (© D. Prahl)

A small snack later, we traveled back to the Reeperbahn to squeeze ourselves into the Hörsaal while The Zolas still played. We were there for our discovery from earlier in the morning, Fake Shark Real Zombie!, who had seemed fun on the festival website. Making ourselves comfortable in a seating area, me having a peppermint tea for the by now unignorable illness, we could still see the stage, but unfortunately what happened there was a dude with fake blond hair and a tie-dye shirt jumping around to a crude mixture of pop-punk and metal, which was wannabe original and plain annoying. In the end I didn’t even catch the last bus but the one before that because I could hardly stay awake at this point. So it wasn’t really a spectacular ending to this rather lovely festival, but the thing with Reepfest is that you can be very lucky about the bands you pick, but sometimes you just aren’t. In this way it is like the much-quoted box of chocolates. And probably the best thing is that you never have to watch the same old bands as every time, although they too keep booking the same bands but there is always so much on you haven’t seen yet that it doesn’t matter.